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Laufen bei Hitze: Tipps fürs Lauftraining im Sommer

Aktualisiert am 7. Aug. 2026
·
Lesezeit: 6 Min

Laufen bei Hitze ist eine besondere Herausforderung, die du mit dem richtigen Ansatz gut meistern kannst. Wenn du weißt, wie sich Hitze beim Laufen auswirkt und dein Training entsprechend anpasst, bleibst du über den Sommer bis in den Herbst hinein konsequent am Ball. Dieser Artikel liefert dir Tipps zum Joggen bei Hitze und verrät dir, bei welchen Temperaturen du gefahrlos laufen kannst. Außerdem wird erklärt, welchen Trainingseffekt das Laufen im Sommer mit sich bringt.

Ist Joggen bei Hitze gefährlich? Vorteile und Risiken

Ist Laufen bei Hitze überhaupt gesund? In den meisten Fällen lautet die Antwort: Ja. Solange du deine Belastung an die Bedingungen anpasst, ist das Joggen bei Hitze genauso wie das Joggen im Winter sicher und bringt sogar einige Vorteile mit sich. Da die Hitzetoleranz individuell unterschiedlich ist, helfen dir kürzere Läufe mit geringerer Intensität dabei, dich schrittweise an die Sonneneinstrahlung sowie ans Laufen bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit zu gewöhnen. So lernst du, wie dein Körper auf sommerliche Bedingungen reagiert.

So passt du dein Training an die unterschiedlichen Temperaturen an:

  • Unter 16 °C: Optimale Bedingungen, keine Anpassung nötig
  • 16–21 °C: Geringer Einfluss, ggf. etwas langsameres Tempo
  • 21–27 °C: Gut zu bewältigen bei einem langsameren Tempo und ausreichender Flüssigkeitszufuhr
  • 27–32 °C: Erhöhte Belastung; Intensität und UV-Exposition reduzieren
  • 32–38 °C: Höheres Risiko; Dauer verkürzen sowie Schweißbildung und Puls beobachten
  • Über 38 °C: Intensives Lauftraining im Freien vermeiden

Auch die Luftfeuchtigkeit hat Einfluss: Bei 80 % Luftfeuchtigkeit und 27 °C Außentemperatur verdunstet der Schweiß deutlich langsamer, sodass die gefühlte Temperatur auf über 38 °C ansteigen kann. Das entspricht dem Laufen bei großer Hitze. In diesem Zusammenhang spielen auch die geografischen Faktoren eine Rolle: Ein Lauf im trockenen Klima fühlt sich bei gleicher Temperatur leichter an als eine Einheit im feuchten Klima. Auch das Laufen im Regen hat Einfluss auf die wahrgenommene Anstrengung.

Deshalb ist eine gute Akklimatisierung wichtig, um dich an das Laufen bei Hitze zu gewöhnen und im Sommer konsequent dabei zu bleiben. Ein Trainingseffekt vom Joggen bei Hitze zeigt sich bei kühleren Bedingungen: Dein Körper passt sich an, senkt seine Kerntemperatur und du schwitzt effizienter.

5 Tipps für das Laufen bei Hitze

Beim Laufen im Sommer solltest du den Zeitpunkt deines Trainings, deine Ausrüstung, dein Tempo und deine Flüssigkeitszufuhr an die Hitze anpassen. Zudem kannst du den Einfluss der Hitze auf deine Pace reduzieren, indem du Wasser mitführst und zu einer kühleren Tageszeit trainieren gehst.

1. Tempo reduzieren

Bei 27 °C sind die meisten Laufbegeisterten rund 12 bis 19 Sekunden pro Kilometer langsamer als bei 16 °C – und das bei gleicher Herzfrequenz. Wenn du bei Hitze bzw. hoher Luftfeuchtigkeit laufen gehst, solltest du also keine bestimmte Pace anpeilen, sondern dich lieber an deinen Herzfrequenzzonen orientieren und das Tempo entsprechend anpassen. Richte den Fokus auf Trainingsdauer und wahrgenommene Anstrengung statt auf Geschwindigkeit. Diese Kennzahlen sind verlässlicher, wenn die Temperaturen steigen.

2. Vor dem Lauf ausreichend trinken

Bevor du bei Hitze laufen gehst, solltest du ausreichend trinken. Beginne mindestens zwei Stunden vor der Anstrengung mit der Flüssigkeitszufuhr und nimm etwa 450–600 ml Wasser zu dir. Trinke rund 15 Minuten vor dem Start weitere 300–450 ml. Wenn dein Training mehr als 45 Minuten dauert, können Elektrolyte hilfreich sein, insbesondere wenn du viel schwitzt.

3. Wasser mitnehmen

Wenn du bei Hitze mehr als 45 Minuten laufen gehst, ist eine Flüssigkeitszufuhr unterwegs unverzichtbar. Mit Flaschen und Trinksystemen oder einer Trinkweste bist du optimal ausgerüstet, besonders auf technischen Trail- oder Gravel-Abschnitten, auf denen du deine Hände frei haben willst. Trinkwesten verteilen das Gewicht gleichmäßig um den Oberkörper, während Softflasks sich beim Trinken zusammenziehen, damit nichts hin- und herschwappt. Mit einer guten Trinkflasche für den Laufsport werden deine Sommerläufe deutlich angenehmer.

4. Streckenplanung und Tageszeit

Für das Lauftraining im Sommer sind die frühen Morgen- oder die Abendstunden am besten geeignet, da die Oberflächentemperatur und die UV-Strahlung zu diesen Zeiten spürbar niedriger sind. Auf Trails spenden Bäume selbst mittags Schatten und spürbare Abkühlung. Wenn du eine Road- oder Gravelrunning-Strecke planst, eignen sich nach Norden ausgerichtete Straßen, schattige Parkwege oder Routen entlang von Flüssen.

5. Bekleidung und Ausrüstung fürs Laufen bei Hitze

Bei Hitze kommt es auf die richtige Laufbekleidung an. Leichte Laufbekleidung in hellen Farben absorbiert weniger Wärme als dunklere Optionen, während feuchtigkeitsableitende Materialien dazu beitragen, dass der Schweiß besser verdunstet. Bekleidungszubehör wie eine Kappe mit breiter Krempe reduziert die direkte UV-Belastung von Gesicht und Nacken. Auch Sonnencreme gehört vor jeder Einheit dazu. Ein angefeuchteter Bandana um den Nacken sorgt für sofortige Abkühlung. Auf Trails kombinierst du am besten atmungsaktive Trailrunning-Schuhe mit feuchtigkeitsableitenden Socken, damit deine Füße angenehm kühl und trocken bleiben. Zudem solltest du einen atmungsaktiven Baselayer tragen, der Schutz bietet, ohne zusätzlich zu wärmen.

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Wie gewöhnt man sich ans Joggen bei Hitze

Durch regelmäßiges Laufen bei Hitze gewöhnt sich dein Körper mit der Zeit an höhere Temperaturen. Dadurch sinkt die wahrgenommene Anstrengung bei gleicher Lufttemperatur und Läufe bei niedrigeren Temperaturen fühlen sich anschließend leichter an. Um dich schrittweise ans Laufen bei Hitze zu gewöhnen, beginnst du am besten mit 20- bis 30-minütigen Einheiten bei geringerer Intensität. Anschließend steigerst du Anstrengung und Dauer mit der Zeit. Wenn du dich auf einen Herbstlauf vorbereitest und im Sommer draußen trainierst, ist dein Herz-Kreislauf-System am Wettkampftag häufig fitter, als wenn du ausschließlich drinnen trainiert hast.

FAQ: Laufen bei Hitze

Ab wann ist es zu heiß zum Laufen?

Kürzere, langsamere Läufe und ausreichend Wasser reduzieren die Auswirkungen extremer Hitze. Steigt deine Körpertemperatur jedoch über 39,4 °C, erhöht sich das Risiko für einen Hitzekollaps oder Hitzschlag so stark, dass vom Laufen im Freien abzuraten ist. Du fragst dich, ob Laufen bei 30 °C sicher ist? Die Luftfeuchtigkeit, etwaiger Schatten und dein Fitnesslevel beeinflussen, welche Temperaturen für dich im Freien noch vertretbar sind. Das Laufen bei 32 bis 38 °C ist durchaus möglich, wenn deine Einheit maximal eine Stunde dauert, du akklimatisiert bist sowie ausreichend getrunken hast.

Warum fällt mir das Laufen bei hohen Temperaturen so schwer?

Hitze zwingt dein Herz-Kreislauf-System dazu, das Blut gleichzeitig zu den Muskeln und zur Haut zur Kühlung zu pumpen. Dadurch steigt deine Herzfrequenz bei gleichem Tempo um 10 bis 20 Schläge pro Minute an. Ein Lauf, der dir im Frühjahr moderat vorkam, kann sich im Hochsommer dadurch deutlich schwerer anfühlen. Wenn du die mentale Herausforderung meisterst und bei Hitze laufen gehst, stärkst du jedoch deine Resilienz und Ausdauer.

Verbessert das Laufen bei Hitze die Leistung?

Ja. Mit der Zeit steigert die Akklimatisierung an hohe Temperaturen die Produktion sauerstoffreicher roter Blutkörperchen, hebt deine Laktatschwelle an und verbessert die Sauerstoffversorgung. Ähnlich wie Höhentraining deine Leistung auf Meereshöhe verbessert, wirkt sich der Trainingseffekt von Laufen bei Hitze positiv auf deine Leistung bei kühleren Temperaturen aus.

Laufen bei Hitze: Ja oder Nein?

Wenn du auch im Hochsommer läufst und dein Training nicht unterbrichst, wird sich das später positiv auf deine Laufform auswirken. Wenn du dich auf Luftfeuchtigkeit, Schatten und Untergrund einstellst, kannst du dein Lauftraining auf Straße, Gravel und Trail auch in den heißesten Sommermonaten konstant durchziehen. Laufen bei Hitze ist zwar anstrengender und birgt gewisse Risiken, doch wenn du Dauer, Tempo, Flüssigkeitszufuhr und Bekleidung anpasst, kannst du die Vorteile des Laufens das ganze Jahr über genießen.

Ursprünglich veröffentlicht am 30. Juli 2026

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