London-Marathon: legendärer Straßenlauf und bedeutendes Spenden-Event
Der London-Marathon zählt zu den bedeutendsten Marathonveranstaltungen der Welt. Jedes Jahr im Frühjahr gehen in der britischen Hauptstadt Zehntausende Läuferinnen und Läufer vor Hunderttausenden Schaulustigen über die berühmten 42,2 Kilometer an den Start. Der Lauf gilt als eine der größten eintägigen Spendenveranstaltungen weltweit und verbindet sportliche Höchstleistung mit gemeinnützigem Engagement.
- Ort: London, Vereinigtes Königreich
- Distanz: 42,2 km (26,2 Meilen)
- Start: Greenwich / Blackheath
- Ziel: The Mall, nahe Buckingham Palace
- Termin: jährlich im April
- Teilnehmende: etwa 50.000
- Offizieller Name: TCS London Marathon
Wann ist der London-Marathon?
Der London-Marathon wird jedes Jahr im April ausgetragen. Das genaue Datum variiert, liegt aber meist in der zweiten Monatshälfte. Im Jahr 2026 fällt der London-Marathon auf den 26. April.
Geschichte des London-Marathons
Seit seiner Premiere im Jahr 1981 steht der London-Marathon für Offenheit und Solidarität. Einer der Gründer ließ sich vom New-York-City-Marathon inspirieren: 1979 erlebte er live, wie aus einem nationalen Sportereignis ein gemeinschaftliches, internationales Fest wurde. Diese Idee prägte von Anfang an auch den London-Marathon: Hier gehen Profis und Hobbyläufer*innen auf derselben Strecke an den Start.
London gehört seit Gründung der Abbott World Marathon Majors im Jahr 2006 zur Serie der sieben weltweit bedeutendsten Marathons. Das unterstreicht die hohe organisatorische Qualität und die internationale Strahlkraft des Events.
Der London-Marathon gilt seit jeher auch als bedeutendes Charity-Event. Die Spendensummen sind mit der Zeit kontinuierlich gestiegen. In den letzten Jahren wurden pro Veranstaltung regelmäßig mehr als 60 Millionen Pfund für den guten Zweck gesammelt.
London-Marathon-Lottery oder Charity: So erhältst du einen Startplatz
Für die Teilnahme am London-Marathon braucht es ein wenig Glück. Da die Plätze heiß begehrt sind, führt der Weg zu einer der begehrten Startnummern über das öffentliche Losverfahren (auch „Lottery“ oder „Ballot“ genannt) oder über das Charity-Programm einer Wohltätigkeitsorganisation.
Die Teilnahme am Losverfahren ist einmal jährlich für einen begrenzten Zeitraum möglich und zwar unabhängig von der eigenen Laufzeit. Doch die Nachfrage übersteigt die verfügbaren Plätze deutlich. Die Vergabe der Startnummern erfolgt nach dem Zufallsprinzip, wodurch das Ganze trotz aller Spannung mit einem ungewissen Ausgang einhergeht. Für viele fühlt sich die Anmeldung zum Losverfahren bereits wie das erste große Training für den London-Marathon an.
Wer in der Lottery keinen Startplatz ergattert, kann es über eine Charity-Organisation probieren. Offizielle Partnerorganisationen des London-Marathons erhalten eine im Vorfeld festgelegte Anzahl an Startplätzen. Diese können sie dann an Läuferinnen und Läufer vergeben, die sich verpflichten, Spenden für die Organisation zu sammeln. Dieses Modell ist ein zentraler Bestandteil des London-Marathons. Jedes Jahr wird zudem eine „Charity of the Year“, also eine Wohltätigkeitsorganisation des Jahres, ausgezeichnet. Insgesamt wurden in der Geschichte des Events bereits über eine Milliarde Pfund für wohltätige Zwecke gesammelt.
Die Strecke beim London-Marathon
Der Start des London-Marathons erfolgt in Blackheath im Stadtteil Greenwich, das Ziel befindet sich auf der Prachtstraße The Mall in Westminster mit Blick auf den Buckingham-Palast. Die Strecke verläuft auf beiden Seiten der Themse und durchkreuzt mehrmals den Osten der Stadt. Der letzte Streckenabschnitt führt ziemlich gerade in Richtung Westen entlang des Flussufers. Dadurch lassen sich Tempo und Position auf den letzten Kilometern relativ leicht kontrollieren.
Streckenverlauf und Höhenprofil
Mit einem Höhenunterschied von rund 81 Metern gilt die Strecke des London-Marathons als vergleichsweise flach, insbesondere gegenüber anderen Stadtmarathons. Das ermöglicht ein gleichmäßiges Tempo. Für erfahrene Läufer*innen bietet das Profil gute Voraussetzungen für schnelle Zeiten, während Neulinge nicht durch ein extrem anspruchsvolles Profil abgeschreckt werden.
Wichtige Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke
Auf den 42,2 Kilometern führt die Strecke des London-Marathons zunächst durch Greenwich und verläuft dann in Richtung Westen. Ein besonderer Höhepunkt ist die Überquerung der Tower Bridge, gefolgt vom Tower of London. Weitere Schleifen führen durch Canary Wharf und die Isle of Dogs. Anschließend geht es erneut in Richtung Westen entlang der Themse, vorbei am Big Ben bis ins Ziel.
Was macht den London-Marathon so besonders?
Das Besondere am London-Marathon ist seine einzigartige Mischung aus Elite-Wettkampf und Charity-Event.
Entlang der gesamten Strecke stehen unzählige Schaulustige dicht gedrängt, um die Läufer*innen anzufeuern und zu motivieren. Viele Teilnehmende berichten, wie sie die einzigartige Atmosphäre und die Energie des Publikums durch schwierige Momente trugen. Kreative Gruppen wie die Run Dem Crew organisieren sogar eine „Cheer-Zone“ bei Kilometer 34 mit Musik und Konfettikanone, um den Teilnehmenden an dieser kritischen Wegmarke einen entscheidenden Motivationsschub zu verleihen.
Charakteristisch für den London-Marathon ist der ausgeprägte Benefizgedanke. Viele Läufer*innen tragen Namen, Botschaften oder Widmungen auf ihren Shirts. So wird das Rennen zu einem sichtbaren Statement gemeinschaftlichen Engagements, bei dem sportliche Herausforderung und der Einsatz für den guten Zweck zusammenkommen.
Als Teil der World Marathon Majors zieht der London-Marathon außerdem die internationale Lauf-Elite an. Das Besondere dabei: Neben den Profis, die um Strecken- und Weltrekorde kämpfen, starten viele Einsteiger*innen, die ihren ersten Marathon finishen wollen.
Anmeldung zum London-Marathon
Die Anmeldung für den London-Marathon beginnt in der Regel mit der Teilnahme am Losverfahren, der sogenannten Lottery. Jedes Jahr bewerben sich mehrere hunderttausend Athletinnen und Athleten auf die knapp 20.000 verfügbaren Startplätze. Die Auserwählten werden einige Monate vor dem Rennen über ihr Startrecht informiert.
Alternativ besteht die Möglichkeit, sich über eine Wohltätigkeitsorganisation anzumelden. Insgesamt werden über Charity-Programme mehr Startplätze vergeben als über das Losverfahren. Dabei legen die Organisationen eigene Mindestspendenbeträge und Fristen fest. Auch nach Ablauf der Lottery kann es möglich sein, einen Charity-Startplatz zu ergattern – vorausgesetzt, du planst realistisch und beginnst rechtzeitig mit dem Fundraising. Wichtig: Neben dem Spendenziel solltest du natürlich auch die sportliche Komponente beachten. Als Faustregel gilt, mindestens einen achtwöchigen Trainingsplan für einen Marathon zu verfolgen.
Zusätzlich gibt es ein begrenztes Startplatzkontingent, das über eine Leistungsqualifikation gestaffelt nach Alter und Geschlecht vergeben wird. Wenn du einen Marathon also richtig schnell laufen kannst, könnte dies eine Option für dich sein. Für die meisten führt der Weg jedoch über die Lottery oder eine Charity.
Vorbereitung auf den London-Marathon: Training und Ausrüstung
Auf einen Marathon bereitest du dich am besten mit strukturiertem Training vor, das vor allem Ausdauer und Tempogefühl aufbaut. Lange Läufe bei gleichmäßigem, moderatem Tempo bilden die Grundlage. Gerade auf einer flachen Strecke hilft dir die Wahl der richtigen Pace, das Rennen nicht zu schnell anzugehen.
Bei der Frage nach den richtigen Laufschuhen sollte der Fokus auf deinen individuellen Zielen liegen. Es lohnt sich, frühzeitig die besten Marathonschuhe zu finden, um dieses Modell dann im Training zu testen. Leichte, reaktionsfreudige Roadrunning-Schuhe können dich im späteren Rennverlauf gezielt unterstützen, Priorität sollte jedoch der Komfort der Laufschuhe über die gesamte Distanz von 42,2 km haben.
Auch bei der Laufbekleidung gibt es ein paar Dinge zu beachten: Im April können die Bedingungen in London sehr wechselhaft sein. Gezieltes Layering mit spezieller Roadrunning-Ausrüstung kann dir helfen, sowohl bei kühler Witterung am Start als auch bei wärmeren Temperaturen im Rennverlauf jeden Schritt zu genießen.
FAQ zum London-Marathon
Wie schwer ist es, einen Startplatz für den London-Marathon zu ergattern?
Die Nachfrage übersteigt die verfügbaren Plätze deutlich, was den Zugang über die Lottery zu einem Glücksspiel macht. Dennoch besteht immer die Chance, im Losverfahren einen Startplatz zu erhalten. Alternativ besteht die Möglichkeit, über ein Charity-Programm am Rennen teilzunehmen.
Wie funktioniert die London-Marathon-Lottery?
Während eines jährlichen Anmeldefensters können Interessierte am Losverfahren teilnehmen. Die Vergabe der Startplätze erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Wer ausgewählt wird, erhält mehrere Monate vor dem Rennen eine Bestätigung. Auf der offiziellen Website des Events findest du aktuelle Informationen dazu.
Wie viele Menschen nehmen am London-Marathon teil?
Bei der ersten Ausgabe 1981 erreichten 6.255 Teilnehmende das Ziel. Seitdem sind die Teilnehmer*innenzahlen stetig gestiegen. In den Jahren nach der Pandemie durchbrach die Finisher-Zahl die Marke von 50.000 Läuferinnen und Läufern.
Welches Profil hat die Strecke des London-Marathons?
Die Strecke beim London-Marathon gilt als überwiegend flach. Es gibt wenige leichte Anstiege, etwa an Brücken, aber keine langen, kontinuierlichen Steigungen.
Was kostet die Teilnahme am London-Marathon?
Die Teilnahmegebühren variieren je nach Wohnsitz, Kategorie und gewählter Charity. Aktuelle Preise werden jedes Jahr auf der offiziellen Website und bei den jeweiligen Wohltätigkeitsorganisationen veröffentlicht.
London-Marathon: Laufen für den guten Zweck
Der London-Marathon lebt von der Energie des Publikums an der Strecke und dem Einsatz aller Teilnehmenden. Die Qualifikation zum Event ist nicht allein von der sportlichen Leistung abhängig – manchmal entscheidet das Los, manchmal das Engagement für einen guten Zweck. Vom Start bis ins Ziel begleitet dich eine Atmosphäre, die von Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung geprägt ist. Der TCS London Marathon ist damit weit mehr als ein Rennen: Er ist ein Ausdruck kollektiver Stärke und Motivation.
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