Zum Inhalt springen
Kostenlose Lieferung für Mitglieder
Marke

Was ist Gravelrunning?

2. Sept. 2024
Lesezeit: 7 Min

Beim Roadrunning denkt man an das Laufen auf Asphalt, das Überqueren von belebten Straßen und den Slalom durch die Bürgersteige in der „Betonwüste“ der Stadt, ein Schritt nach dem anderen. Trailrunning hingegen führt abseits der ausgetretenen Pfade durch zerklüftetes Gelände und dichte Wälder, über felsige Pfade und steile Bergkämme. Aber was ist mit den Läufen, die beide Welten kombinieren? Die Läufe, bei denen man ein paar Kilometer auf Asphalt zurücklegt, bevor man sich auf die staubigen Pfade des örtlichen Parks begibt?

Diese neue hybride Erfahrung nennen wir Laufen auf Gravel (englisch für Schotter), Gravelrunning oder GRVL.

GUILLAUME SANCHEZ: STERNEKOCH, GRÜNDER VON NESO PARIS UND SALOMON BOTSCHAFTER

Wie unterscheidet sich Gravelrunning von Roadrunning?

Für mich zeichnet sich Gravelrunning durch seine Flexibilität aus. Ich betrachte meine Läufe als Spaß und nicht als Training. Für die meisten Läuferinnen und Läufer muss sich Laufen nicht wie ein Job oder eine Aufgabe anfühlen. Es kann eine Möglichkeit sein, abzuschalten und den Moment zu genießen. Das richtige Paar Schuhe kann diese Erfahrung intuitiver machen, weil du dir keine Gedanken über die Wahl des perfekten Schuhwerks für deinen Lauf machen musst. Das macht Gravelrunning anders!

Was macht Gravelrunning für dich so besonders?

Ich laufe gerne, aber vor allem möchte ich Spaß beim Laufen haben. Deshalb mag ich keine Läufe in entspanntem Tempo, aber melde mich gerne für Rennen an. Ich habe Jahre gebraucht, um mit den Routinen zu brechen, die mein Leben bestimmten, und Gravelrunning fühlt sich wie eine gute Möglichkeit an, die Routinen und Gewohnheiten des Amateurlaufens zu durchbrechen. Es geht um mehr Freiheit und weniger Stress.

“Gravelrunning ist eine natürliche Weiterentwicklung des Laufens auf der Straße, aber noch kein Trailrunning.”

David Jou

DAVID JOU: ABWECHSLUNG DURCH GRAVELRUNNING

David Jou ist Physiotherapeut sowie Mitbegründer und Brand Director von Motiv NY. Seine Spezialgebiete sind die manuelle Medizin, Ausdauersportarten und Outdoor-Programme. Er lebt in New York und erzählt von seinen Erfahrungen mit dem Laufen in der Großstadt und seinen Bemühungen, Abwechslung in seine Läufe zu bringen.

Was bedeutet Gravelrunning für dich?

Als Stadtbewohner, der hauptsächlich auf der Straße trainiert, und als Ultraläufer, der die technischen Herausforderungen des Geländes im Hinterland bevorzugt, bietet mir Gravelrunning die Vielseitigkeit, die ich suche. Es ist spannend und eine effektive Möglichkeit, Abwechslung und vielseitiges Training in meine Routine zu bringen, ganz zu schweigen davon, wie gut es meinen Gelenken tut! Im Gegensatz zum Trail- oder Roadrunning ist das Laufen auf Gravel weich, natürlich, einladend, sicher und sogar erholsam. Worte wie schnell, hart, lang und steil treffen das Wesen des Gravelrunnings nicht ganz, und ich glaube, genau das ist der Grund, warum diese Variante viele Laufbegeisterte anspricht. Außerdem kann beim Laufen oft der Wettkampfgedanke vorherrschen. Beim Gravelrunning ist das weniger die Motivation. Stattdessen steht dabei eher das Entdecken, Erkunden, das Erleben von Abenteuern und das Spaßhaben im Vordergrund.

Das Gravelrunning spielt sich auf abwechslungsreichem, natürlichem und oft unvorhersehbarem Terrain ab und ist daher mit Abenteuer- und Entdeckergeist verbunden. Es verlangt von den Läuferinnen und Läufern Anpassungsfähigkeit und Selbstständigkeit. Im Gegensatz dazu ist das Laufen auf der Straße mehr mit Leistung und Beständigkeit verknüpft, und es ist wesentlich leichter zugänglich.

Viele sind überrascht, wie viele Feld- und Reitwege es in den Parks von New York City gibt. Als ich sie vor ein paar Jahren entdeckte, stieß ich auf andere Läuferinnen und Läufer, die ebenfalls auf der Suche nach Abwechslung waren. Im Gegensatz zu den Möglichkeiten, die die Straße bietet, kann man sich beim Laufen auf Gravel ausprobieren und einzigartige, interessante Untergründe erleben. Man ist aber nicht gezwungen, sich auf eine Sportart wie das Trailrunning festzulegen. Es ist eine natürliche Weiterentwicklung des Laufens auf der Straße, aber noch kein Trailrunning.

Wie sieht die Gravelrunning-Community aus?

Gravelrunning-Communitys haben ihre Wurzeln im Abenteuer, im Erkunden und im Gemeinschaftsgefühl. Gravelrunner bevorzugen die Unvorhersehbarkeit des natürlichen Geländes und schätzen das Erlebnis mehr als Geschwindigkeit oder Wettkampf. Sie sind auf alles vorbereitet und mit der richtigen Ausrüstung und Verpflegung ausgestattet, um alles zu bewältigen, was der Tag so bringt. Die Community ist eine eingeschworene Gruppe von Menschen, die sich gegenseitig unterstützen und Wert auf Gemeinschaft und Verantwortungsbewusstsein legen. Diese Menschen sind anpassungsfähig und belastbar – bereit, jede Situation mit einer positiven, abenteuerlustigen Einstellung zu meistern.

Die Community fördert soziale Kontakte, den Austausch von Wissen und sorgt für Motivation. Für die Anhänger dieser Sportart ist sie eine Möglichkeit, Treffen zu organisieren, gemeinsam zu trainieren und Rennen zu bestreiten, während sie die Natur erkunden. Sie macht einen Sport, der isolierend sein kann, geselliger, zugänglicher und vergnüglicher.

CHRISTIAN MEIER: VOM ROADBIKING ZUM GRAVELRUNNING

Christian Meier ist ein Salomon Läufer aus Kanada. Zwischen 2008 und 2015 stand er bei den kanadischen Straßen-Radmeisterschaften häufig auf dem Podium und nahm an Weltmeisterschaften sowie den Klassikern in Europa teil. Er ist Mitbegründer von „Overland Running Provisions“, einer Laufgruppe und einem Concept Store im spanischen Girona, sowie von „La Fabrica“, einem Café und Laden für Fahrradzubehör.

Was bedeutet Gravelrunning für dich?

Gravelrunning ist schwer zu definieren, weil es für jeden Menschen etwas anderes bedeutet. Ich persönlich treibe das Gravelrunning bis zum Äußersten und teste meine Grenzen aus, um zu sehen, wie weit ich gehen kann. Für viele geht es eher darum, von der Straße wegzukommen, vor allem in den USA, Australien und Teilen Europas. Wenn du nicht auf Wettkampf aus bist, ist das Gravelrunning sehr attraktiv – es ist sicherer und leichter zugänglich. Girona ist eine ruhige Kleinstadt in Katalonien, ohne viel Trubel. Die Pyrenäen bieten supertechnisches Terrain, wir haben aber auch leicht zugängliche, flache Trails, die flowig und nicht zu technisch sind. Das macht sie perfekt für das Gravelrunning und erklärt, warum diese Sportart hier so beliebt geworden ist. Die Menschen möchten Zeit in der Natur verbringen und wenn man einmal auf den Geschmack gekommen ist, will man mehr davon!

Durch unseren Laden Overland haben wir viel Zeit damit verbracht, eine Community aufzubauen, die Menschen bei Läufen und anderen Aktivitäten zusammenbringt – Einheimische und Expats gleichermaßen. Die Stadt hat sich zu einer internationalen Gemeinschaft von Menschen entwickelt, die an einem aktiven Lebensstil interessiert sind.

“Die Pyrenäen bieten supertechnisches Terrain, wir haben aber auch leicht zugängliche, flache Trails, die flowig und nicht zu technisch sind – ideal für Gravelrunning!”

Christian Meier

Wie klappt der Übergang vom Roadrunning zum Gravelrunning?

Der Übergang vom Roadrunning zum Gravelrunning ist im Grunde, wie wenn man dieselbe Art von Schuhen benutzt, aber mit größerer Bereifung! Das gibt dir das nötige Selbstvertrauen, um mit dem Laufen auf leichten, flowigen Wegen zu beginnen. Der Wechsel von der Straße auf Gravel ist wahrscheinlich weniger markant als der Wechsel von Gravel auf Trails. Viele Leute, die auf der Straße laufen, bauen Gravel bereits in ihre Strecken ein, um Abwechslung zu haben, und landen ganz natürlich auf Parkwegen.

Für mich fühlt sich das Laufen auf der Straße ernsthafter an, besonders wenn ich für einen Marathon trainiere. Um Spaß zu haben oder den Kopf frei zu bekommen, denke ich nicht unbedingt an das Laufen auf der Straße, sondern eher an das Gravelrunning, wo es mir vor allem um den Vibe geht: entspannt dahinzulaufen, auch mal anzuhalten, um Fotos zu machen oder sich in ein Café zu setzen ... einfach die Natur und das Zusammensein mit Menschen zu genießen.

JULIEN BOTAS: DRUMS AND RUNS

Wie unterscheidet sich Gravelrunning vom Roadrunning?

Beim Gravelrunning gibt es nicht nur einen Geländetyp und auch nicht nur einen bestimmten Stil. Ich mag es, jederzeit entscheiden zu können, ob ich auf Beton und Asphalt, am Straßenrand oder spontan einen Trail laufen will. Ich liebe es einfach, mich frei zu fühlen, ohne Vorbereitung und ohne festen Plan. Ich ziehe einfach meine Schuhe an und laufe, wohin mich meine Beine tragen.

Wie ist die Mentalität in Gravel-Communitys?

Den Menschen in Gravel-Communitys geht es darum, die Freude am Laufen zu teilen, ohne die Zwänge einer bestimmten Distanz oder eines bestimmten Geländes – sie wollen einfach zusammen laufen! Es ist so wichtig, zu einer solchen Gemeinschaft zu gehören, denn dadurch können wir Erfahrungen teilen: Wir können uns unterhalten und Meinungen über Läufe austauschen, ohne uns Gedanken über das Tempo oder etwas anderes zu machen. Das ist die Freiheit, die wir suchen!

ENTDECKE DEN SPIRIT DES GRAVELRUNNINGS

Das Gravelrunning bietet eine einzigartige Mischung aus Freiheit, Vielseitigkeit und Erkundung, die Läufer aller Leistungsstufen anspricht. Ganz gleich, ob du aus der Routine des Straßenlaufs ausbrechen oder eine weniger technische Version des Trailrunnings genießen möchtest – Gravelrunning bietet einen perfekten Ausgleich. Es geht um die Freude daran, Neues zu entdecken, um den Nervenkitzel in abwechslungsreichem Gelände und um das Gemeinschaftsgefühl einer Community, die den Weg genauso schätzt wie das Ziel. Mit der richtigen Ausrüstung kannst du nahtlos zwischen verschiedenen Untergründen wechseln und dich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: deinen Lauf zu genießen.

Skip content

Ähnliche Artikel

Alle Storys ansehen