Finde deine perfekte Skijacke
Wärme, Komfort, Gewicht, Isolierung, Atmungsaktivität und Style: Das sind nur einige Kriterien, auf die du beim Kauf einer Jacke für dein nächstes Powder-Abenteuer achten solltest. Damit du den Winter in vollen Zügen genießen kannst, haben wir einige Tipps für dich zusammengestellt, wie du die perfekte Ski- oder Snowboardjacke für deine Anforderungen und Bedürfnisse findest.
WELCHER SKITYP BIST DU?
Gemütlich im Skigebiet cruisen, Freeriden oder doch lieber Touren ins Backcountry? Bei der Wahl der richtigen Jacke kommt es in erster Linie auf deine Vorlieben in Sachen Gelände an. Wenn du beispielsweise gern Skitouren gehst, hast du andere Anforderungen in puncto Wärme und Atmungsaktivität als wenn du gemütlich über die Pisten im Skigebiet schwingst. Genauso macht es einen Unterschied, ob du im Januar oder im April unterwegs bist oder ob du von den ersten bis zu den letzten Schneeflocken der Saison alles mitnimmst, was du kriegen kannst.
Wenn du vorrangig auf den Pisten im Skigebiet deine Schwünge machst und warme Gemütlichkeit für dich Priorität hat, sind unsere isolierten Jacken eine gute Wahl. Wenn du jedoch lieber ins Backcountry ziehst oder Freeriden gehst und das ganze Jahr über bei den unterschiedlichsten Temperaturen ridest, ist eine (2- oder 3-lagige) Shelljacke ohne Isolierung wahrscheinlich besser für dich geeignet.
WORIN UNTERSCHEIDEN SICH ISOLIERTE JACKEN VON SHELLJACKEN?
WÄRME
Wenn du in den kältesten Monaten des Jahres ins Skigebiet aufbrichst, empfehlen wir dir eine isolierte Jacke, die dich den ganzen Tag warm hält. Dadurch bist du beispielsweise immer gut eingepackt, wenn du nach der Abfahrt in den Lift steigst. Eine Jacke mit guter Isolierung schützt dich vor dem Auskühlen im Lift, bietet dir gleichzeitig aber auch ausreichend Windschutz für rasante Abfahrten.
Es gibt drei verschiedene Isolierungen:
- Daune
Wenn dir schnell kalt wird, bieten dir Gänse- oder Entendaunen dank ihrer hervorragenden Bauschkraft eine unübertroffene Isolierung.
- Synthetisches Daunenimitat
Mit einer Isolierung aus synthetischen Fasern, die der Struktur natürlicher Daunen nachempfunden sind, sparst du einerseits Geld und erhältst andererseits eine Isolierung, die vor allem bei Nässe robuster ist. Dadurch eignet sich eine synthetische Isolierung als gute Alternative zu Daunen.
- Isolierung aus synthetischen Fasern
Eine Isolierung aus kompakten Synthetikfasern spielt ihre Vorteile vor allem beim Preis und der Haltbarkeit aus. Allerdings musst du ein Paar Abstriche in Sachen Komprimierbarkeit und Isolierung machen. Die Isolierfähigkeit synthetischer Materialien hängt vor allem von der Qualität und Dichte der verwendeten Fasern (Angabe in g/m²) ab.
60 g/m²: warm genug an milden Tagen. An kalten Tagen solltest du allerdings ein Fleece-Oberteil oder eine leichte Pufferjacke unterziehen, damit du es angenehm warm hast. Diese Isolierung ist die vielseitigste Option, wenn du in einem breiten Temperaturspektrum von Spätherbst bis Frühjahr unterwegs bist.
80 g/m²: warm genug für die meisten Situationen. An sehr kalten Tagen lohnt es sich, ein dickeres Fleece-Oberteil unterzuziehen.
100 g/m²: Wärme bei kalten Temperaturen
Beim Freeriden oder bei Touren im Backcountry, bist du aktiver und mehr in Bewegung. Deshalb empfehlen wir in diesen Fällen das Schichtenprinzip.
Das bedeutet: Als Basisschicht direkt auf der Haut optimiert ein Baselayer das Wärme- und Feuchtigkeitsmanagement. Der Midlayer (Fleece/Puffer) darüber sorgt für angenehme Wärme. Als äußere Schicht schützt dich eine Shelljacke (ohne Isolierung) vor den Elementen.
Das Schichtenprinzip ist die ideale Wahl, wenn du die ganze Saison über in den Schnee ziehst, da du dich so problemlos und flexibel an die individuellen Wetterbedingungen anpassen kannst.
Wie wendest du bei der Wahl der richtigen Kleidung das 3-Schichten-System am besten an?
WASSERDICHTIGKEIT
In den Bergen musst du dich vor Wind schützen. Diese Funktion übernimmt das Außengewebe deiner Jacke für dich. Außerdem brauchst du im Winter eine wasserdichte Membran. Die so genannte Wassersäule gibt an, wie gut dich die Membran vor Nässe schützt. Je höher der Wert, desto höher die Wasserdichtigkeit. Skijacken weisen in der Regel eine Wassersäule zwischen 10.000 und 30.000 mm auf, wobei sich 10.000 mm als Einstiegswert für wasserdichte Jacken etabliert hat.
3 oder 2 Lagen?
Vielleicht hast du schon von einer 2-Lagen- oder 3-Lagen-Jacke (manchmal auch 2L- oder 3L-Jacke) gehört ... Dahinter verbirgt sich ein Produktionsverfahren, bei dem verschiedene Materialien der Außenschicht miteinander verklebt werden, um die wasserdichte Membran zu schützen.
- Bei einer 3-Lagen-Jacke wird die Membran durch eine innere und eine äußere Materialschicht geschützt.
- Bei einer 2½-Lagen-Jacke wird die Membran durch eine äußere Schicht sowie einen „Print“ auf der Innenseite geschützt.
- Bei einer 2-Lagen-Jacke hingegen wird die wasserdichte Membran nur von außen geschützt, innen befindet sich ein Futter.
Zusätzlich zur wasserdichten Membran ist die Außenschicht der Jacke meist mit einer wasserabweisenden Beschichtung versehen.
ATMUNGSAKTIVITÄT
Wenn eine Jacke atmungsaktiv ist, kann sie Schweiß entweichen lassen. Mit der Atmungsaktivität wird angegeben, inwieweit eine Membran Wasserdampf von der Innenseite der Jacke nach außen transportieren kann. Hierfür gibt es zwei verschiedene Indikatoren: den RET-Wert (Resistance to Evaporative Heat Transfer), der den Widerstand angibt, den ein Stoff dem Wasserdampf entgegensetzt, und den MVTR-Wert (Moisture Vapor Transmission Rate) der in g/m²/24h angegeben wird und Aufschluss darüber gibt, wie viel Wasserdampf innerhalb von 24 Stunden einen Quadratmeter Stoff durchdringt.
RET < 6 / MVTR > 30.000: sehr gute Atmungsaktivität RET zwischen 6 und 12 / MVTR zwischen 20.000 und 30.000: gute Atmungsaktivität RET > 15 / MVTR < 10.000: geringe Atmungsaktivität
Je anstrengender die Aktivität, desto atmungsaktiver sollte deine Jacke sein. Freeriden oder Skitouren sind körperlich anspruchsvoller als gemütliche Abfahrten auf der Piste. Für maximalen Komfort bei diesen beiden Skiarten empfehlen wir dir eine hochgradig atmungsaktive Jacke, die den Schweiß gut entweichen lässt.
WEITERE MERKMALE
Kapuze, Schneefang, Taschen und Reißverschlüsse spielen bei der Wahl deiner Jacke ebenfalls eine Rolle. Entsprechend deiner Riding-Vorlieben können andere Dinge für dich wichtig sein. Beispielsweise brauchst du beim Tourengehen zusätzliche Belüftung. Wenn du hingegen durch frischen Powder shreddest, liegt dein Augenmerk wahrscheinlich eher auf der Wassersäule.
Kapuze
Wir empfehlen eine Jacke mit Kapuze. Denn ganz gleich, welche Art des Skifahrens dir am besten gefällt: Ohne Kapuze ist der Nacken- und Kinnbereich bei widrigem Wetter ungeschützt. Einige Modelle haben abnehmbare Kapuzen. Achte darauf, dass die Kapuze mit deinem Helm kompatibel ist und deine Kopfbewegungen mitmacht (bewege deinen Kopf beim Anprobieren also unbedingt in alle Richtungen).
Schneefang
Ein Schneefang verhindert, dass im Falle eines Sturzes oder bei Fahrten durch den Tiefschnee kaltes Nass in deine Jacke eindringen kann. In den meisten Fällen besteht der Schneefang aus Stretchmaterial und einem elastischen Bund mit Druckknopfverschluss. Darüber hinaus fungiert er als zusätzliche Isolationsschicht. Manchmal ist der Schneefang auch abnehmbar. Dieses Feature ist beim Freeriden und im Powder nahezu unverzichtbar.
Daumenlöcher und winddichte Ärmelbündchen
Analog zum Schneefang bieten auch Daumenlöcher und winddichte Bündchen zusätzlichen Schutz, da Schnee und Kälte nicht in die Jacke eindringen können. Elastische Daumenlöcher und winddichte Bündchen mit Klettverschluss isolieren den Bereich deiner Handgelenke zwischen Jacke und Handschuhen.
Taschen
Je nach Modell besitzt deine Jacke verschiedene Taschen mit unterschiedlichen Funktionen:
- Innentasche für dein Smartphone
- Skipass-Tasche am Ärmel (Handgelenk oder Schulterhöhe)
- Brusttaschen
- Seitentaschen
- Innentaschen aus Mesh für Handschuhe oder Skibrille
Belüftung
Die meisten Jacken haben Belüftungsreißverschlüsse unter den Ärmeln oder im Brust- bzw. Rückenbereich.
Reißverschlüsse
Reißverschlüsse können versteckt oder wasserdicht sein, was deiner Jacke zusätzlichen Komfort beschert. Manchmal sind sie sogar mit einem weichen Material für noch mehr Gemütlichkeit versehen.
Größe
Für eine bestmögliche Isolierung und maximalen Komfort ist es wichtig, dass deine Jacke die richtige Größe hat und perfekt zu deiner Körperform passt. Die Größen für Erwachsene reichen meist von XS bis hin zu XXL. Die Größen können von Marke zu Marke unterschiedlich ausfallen. Daher solltest du die Jacke vor dem Kauf unbedingt anprobieren oder zumindest die Größentabelle konsultieren, die du bei allen Marken auf der entsprechenden Website findest.
Schnitt, Farbe und Style
Natürlich spielt auch der Style-Faktor beim Riden eine wichtige Rolle. Winter für Winter sehen wir neue Farben und Stile über den weißen Schnee brettern. Für Skitouren empfehlen wir eine enge, körperbetonte Passform, damit du mehr Bewegungsfreiheit hast. Beim Freeriden haben sich hingegen längere, weitere Schnitte bewährt. In Sachen Farbe kommt es ganz auf deinen Geschmack an: Eher schwarz oder doch lieber knallig bunt? Denk daran, das Design an deine Skihosen anzupassen!