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Was ist Thruhiking – oder Weitwandern?

23. Mai 2023
Lesezeit: 4 Min

Wenn du beim Gedanken an Weitwanderungen Herzklopfen bekommst, hast du vielleicht auch schon mal von Thruhiking gehört. Auf Deutsch sagen einem die Worte „hiking through“ („wandern durch“) nicht viel mehr als im Englischen. Blickst du aber ein bisschen tiefer, stößt du auf eine wunderbare Welt, die nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Wir haben deine Neugier geweckt? Dann lies weiter!

Was ist Thruhiking?

Es gibt keine offizielle Definition

Auch wenn es keine offizielle Definition gibt, handelt es sich beim Thruhiking um eine Weitwanderung, die von Anfang bis Ende an einem Stück eigenständig absolviert wird. Damit Trails in diese Kategorie fallen, sollten sie Tausende von Kilometer lang und nur in mehreren Monaten zu meistern sein.

In der Realität kommt aber jeder Trail, den man an einem Stück wandern kann, für Thruhiking in Frage. Viel wichtiger als der Name ist aber sowieso, dass du bei dieser Aktivität ein unvergessliches Abenteuer in der Natur erlebst!

Was in den USA begann …

Seinen Anfang nahm Thruhiking in den USA und wird bis heute auch am häufigsten mit ihnen assoziiert. Der erste Trail, der sich mit dem Namen Thruhike schmücken konnte, ist der Appalachian Trail. Über 3524 Kilometer verläuft er mehr oder weniger entlang der Atlantikküste und besteht bereits seit Anfang des. 20. Jahrhunderts. Mit den Jahren kamen immer mehr Trails dazu, wie der Pacific Crest Trail im Westen des Landes und vor gar nicht allzu langer Zeit der Continental Divide Trail.

… eroberte die ganze Welt

In den letzten Jahren wurde diese Aktivität immer beliebter und durch Bücher und Filme (besonders „Wild“ von Cheryl Strayed) sogar Teil der Pop-Kultur. Thruhiking Trails gibt es mittlerweile nicht mehr nur in den USA – sie haben sich ihren Weg durch die ganze Welt gebahnt. Einige von ihnen können auf eine lange Geschichte zurückblicken, zum Beispiel der Jakobsweg. Andere hingegen sind wesentlich jünger – wie der Te Ararao Trail in Neuseeland und der Hexatrek in Frankreich. Und jedes Jahr kommen neue hinzu.

Wer kann einen Thruhike meistern?

Eine anspruchsvolle, aber machbare Herausforderung

Die Vorbereitung auf einen Thruhike, ja schon allein die Vorstellung davon, kann den Kopf zum Rauchen bringen. Schließlich ist man ein paar Monate unterwegs und muss dafür die ein oder andere Hürde nehmen. Zuerst wäre da die körperliche Herausforderung: Dein Körper wird viele Tage im Einsatz sein, was er möglicherweise nicht gewohnt ist. Dann ist da noch die mentale Herausforderung: An manchen Tagen wirst du vielleicht abbrechen wollen, dich einsam fühlen oder, genau das Gegenteil, Schwierigkeiten mit zu vielen Menschen um dich herum haben. Wer solch eine Wanderung bereits gemeistert hat, sagt oft, dass sich 80 % der Herausforderungen im Kopf abspielen. Die dritte Hürde ist die finanzielle, denn ein Trip wie dieser kostet Tausende von Euro.

Training für eine Weitwanderung: Vorbereitung ist alles!

Lass dich von diesen Herausforderungen aber nicht gleich abschrecken. Mit der richtigen Vorbereitung könnten die meisten Wanderer einen Thruhike absolvieren.

Am Anfang steht natürlich eine gute körperliche Vorbereitung. Am besten gehst du dafür bei dir in der Nähe wandern. Beginne mit Tageswanderungen und dehne sie immer um ein paar Tage aus. So kannst du deine Ausrüstung testen und sie bei Bedarf anpassen – ein wichtiger Punkt für einen erfolgreichen Thruhike. Schritt für Schritt lernst du so, worauf es beim Ultraleichtwandern ankommt.

Vor deinem Abenteuer musst du auch herausfinden, wie du diese lange Wanderung selbst richtig vorbereitest. Wie sieht der Trail aus, was macht das Wetter, wie finde ich auf dem Trail den Weg, was brauche ich für Erste-Hilfe usw. Auch deine Lebensmittel- und Wassereinteilung ist essenziell: Du musst alles Nötige mit dir tragen, und es muss so lange reichen, bis du dich an einem Ort wieder aufs Neues eindecken kannst – und das kann manchmal mehr als eine Woche dauern. Entlang der Trails gibt es keine Geschäfte, also musst du ein wenig kreativ werden. Manche trampen zum nächsten Ort, andere schicken im Voraus Pakete an Poststationen, adressiert an sich selbst – die sogenannten „Hiker Boxes“.

Verschiedene Arten des Thruhikings

„Hike your own Hike“

Auf den legendären US-amerikanischen Trails hört man immer wieder den Satz „Hike your own Hike“, was so viel bedeutet wie: Wandere so, wie du willst. Beim Thruhiking ist das ganz besonders wichtig, da jeder die Dinge anders anpackt, andere Ziele und andere Einschränkungen hat. Zum Beispiel kann nicht jeder einfach so sechs Monate frei nehmen, weshalb manche Wanderer nur Abschnitte der gesamten Strecke wandern oder sie über mehrere Jahre hinweg meistern. Diese Methode nennt sich „Section Hiking“.

Manchmal überspringen Wanderer auch einen Abschnitt und machen mit dem nächsten weiter, zum Beispiel bei schlechtem Wetter. Später absolvieren sie die übersprungenen Abschnitte dann in umgekehrter Richtung. Thruhikers nennen das einen „Flip-Flop“.

The Triple Crown

So, jetzt bist du top informiert und hast einen Vorgeschmack auf Weitwanderungen bekommen. Sicher willst du dich jetzt gleich in dein eigenes Abenteuer stürzen … Wie wär’s denn mit dem legendären Triple Crown? Diese Ehre wird allen zuteil, die den Appalachian Trail, den Pacific Crest Trail und den Continental Divide Trail absolvieren. Ganz klar eine Mammutaufgabe! Und wenn du noch einen Schritt weitergehen willst, kannst du dir einen Platz in der superexklusiven Gruppe sichern, die alle drei dieser Trails im gleichen Jahr gewandert sind!

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