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Erste Hilfe beim Wandern: unser Guide für dein stressfreies Abenteuer!

27. Apr. 2022
Lesezeit: 5 Min

Egal ob du nur für ein paar Stunden oder gleich ein paar Tage unterwegs sein möchtest, dich auf hohe Berggipfel, ins Herzen des Waldes oder ans Meer begibst – Wandern ist immer wie Balsam für die Seele. Die Natur bringt aber auch immer ein paar Risiken mit sich, weshalb Wanderer achtsam sein sollten! Regel Nr. 1: ein Erste-Hilfe-Set einpacken, aber nicht benutzen müssen! Ganz nach dem Motto „Vorsicht ist besser als Nachsicht“ hat eine gründliche Vorbereitung vor jedem Wanderprojekt oberste Priorität. Bevor du dich auf den Weg machst, plane daher deine Route, hab die aktuellsten Wetterinformationen im Blick, schätze deine Wanderzeit ein und nimm die richtige Ausrüstung mit. Natürlich kann es trotzdem sein, dass ein Unfall passiert und du im Notfall Erste Hilfe leisten musst.

Deshalb haben wir für dich eine Liste zum Thema „Erste Hilfe beim Wandern“ zusammengestellt: Was muss in ein Erste-Hilfe-Set? Was sollte noch in den Rucksack? Und wie verhältst du dich richtig?

Erste Hilfe beim Wandern: unser Guide für dein stressfreies Abenteuer!

Das Erste-Hilfe-Set

Blasen, oberflächliche Wunden, Verstauchungen und Schmerzen aller Art … auf einer Wanderung kann immer etwas passieren. Damit deinem zukünftigen Erste-Hilfe-Set aber sicher nichts passiert, verwendest du dafür am besten einen leichten, wasserfesten Beutel. Was genau darin seinen Platz findet, hängt von deinem Reiseziel oder Projekt ab. Diese Basics sollten aber immer dabei sein:

  • Rettungsdecke: schützt vor Kälte, Hitze, Wind und Nässe und darf auf keiner Wanderung fehlen
  • Verbandmittel (klassisch und speziell für Blasen)
  • Kompressen
  • Medizinisches Klebeband
  • Kleine Schere
  • Wundverschlussstreifen (Steri-Strip)
  • Desinfektionsmittel und/oder Kochsalzlösung
  • Antiseptikum
  • Schmerzmittel (Paracetamol und/oder Aspirin)
  • Entzündungshemmer (Ibuprofen)
  • Zeckenentferner (besonders für Wanderungen im Wald)
  • Gift-Saugpumpe (für giftige Insektenstiche oder -bisse)
  • Wasserreinigungstabletten
  • Medikamente, die du regelmäßig einnimmst

Das Sicherheits-Set

Mit einer guten Wanderausrüstung kannst du deine Zeit in der Natur in vollen Zügen genießen und auch sicher wieder nach Hause kommen. Trotz aller Vorkehrungen kann es aber sein, dass bei deinem Abenteuer nicht alles nach Plan läuft. Packe deshalb ein „Sicherheits-Set“ ganz unten in deinen Rucksack, das dir bei kleinen Missgeschicken wie einem gerissenen Schultergurt, einem Riss in der Daunenjacke oder Wetterveränderungen zur Seite steht. Darin sollte enthalten sein:

  • Feuerzeug
  • Stirnlampe
  • Messer
  • Sonnencreme
  • Lange Schnur
  • Müsli-/Energieriegel
  • Leichte Handschuhe
  • Extra Socken
  • Schlauchtuch
  • Klebeband (Duct Tape): unheimlich praktisch, wenn du ein Loch in einem Kleidungsstück flicken musst – greif am besten zu einem runden statt zu einem rechteckigen, damit sich die Ecken nicht ablösen
  • Kleines, tragbares Ladegerät oder eine Power Bank, um dein Handy notfalls laden zu können

Zusätzlich zu deinen Erste-Hilfe- und Sicherheits-Sets nimmst du am besten immer auch einen Ausweis mit, der Folgendes enthält: Vor- und Nachname, Alter, Blutgruppe, Allergien, deinen Notfallkontakt und alle anderen Infos, die deine Ersthelfer wissen sollten.Bevor du dich auf den Weg machst, stelle sicher, dass dein Handy vollgeladen ist und spare beim Wandern Akku ein, damit du im Notfall telefonisch Hilfe rufen kannst.

So holst du Hilfe

Wenn ein Unfall passiert oder du nicht mehr sicher nach Hause kommen kannst, rufe Hilfe, bevor die Situation noch schlimmer wird! Wenn du schwer fällst, dich ernsthaft verletzt, verläufst oder du durch das Wetter, wechselndes Terrain oder technische Probleme irgendwo festsitzt, warte nicht ab, sondern ruf sofort Hilfe. Je länger du wartest, desto höher das Risiko – außerdem könnte die Rettung dadurch noch komplizierter werden.

Rufst du in den Bergen oder einer abgelegenen Gegend nach Hilfe, kannst du eine Rettung durch ein paar einfache Schritte vereinfachen.

Bring dich so gut wie möglich in Sicherheit

Bevor du nach Hilfe rufst, bring dich selbst vor weiteren Gefahren und schlechtem Wetter in Sicherheit. Versuche, dich, deine Gruppe oder Verletzte in einen sicheren Bereich zu bringen, wo ihr auf Hilfe warten könnt. Keine Panik. Schau dir die Situation genau an, damit du sie dem Rettungsteam so detailliert wie möglich schildern kannst.

Ruf die relevante Notfallnummer an

Präge dir vor deiner Wanderung die richtige Notfallnummer für die Gegend ein, in der du unterwegs bist, oder schreibe sie dir auf. In Europa ist das immer die 112! Das Team hinter dieser Nummer schätzt die Situation ein und alarmiert die zuständigen Rettungsteams. Für Gehörlose oder Hörgeschädigte gilt die 114 – über diese Nummer kann per SMS oder Videoanruf kommuniziert werden.

Schildere die Situation genau

  • Bleib ruhig und sprich deutlich.
  • Sag, wer du bist, mit deinem Vor- und Nachnamen.
  • Sag, wo du bist: Gib deine Location so genau wie möglich an. Ist zum Beispiel ein Dorf in der Nähe? Bist du auf einem Berg? Welche Route läufst du? Und bist du auf dem Trail? Gibt es irgendwelche bekannten Orte oder Sehenswürdigkeiten um dich herum? Wenn du ein Smartphone hast, gib die GPS-Koordinaten durch – finde vor deinem Trip am besten heraus, wie du deine GPS-Position auf deinem Handy findest.
  • Gib die Anzahl der verletzten Personen sowie deren Alter und Geschlecht durch.
  • Beschreibe die Schwere der Verletzungen.
  • Schildere das aktuelle Wetter – diese Information ist wichtig, falls ein Helikopter eingesetzt werden muss.
  • Gib deine Telefonnummer an.
  • Befolge die Anweisungen des Rettungsteams.

Nachdem du aufgelegt hast, schalte dein Handy nicht aus und habe es immer in Reichweite, sollte der Rettungsdienst zurückrufen. Vertraue der Person, mit der du sprichst. Manchmal fühlt es sich wie eine Zeitverschwendung an, jedes noch so kleine Detail der Situation zu beschreiben. Für das Rettungsteam, das bereits auf dem Weg zu dir ist, sind sie aber Gold wert.

Bereite dich auf die Ankunft des Helikopters vor

Bei vielen Rettungen auf Wanderwegen kommt der Helikopter zum Einsatz. Deshalb ist es wichtig, die richtigen Vorbereitungen für seine Ankunft zu treffen und klar zu zeigen, wo du bist. Bevor das Rettungsteam eintrifft, packe deine Sachen zusammen, damit sie nicht wegfliegen. Wenn möglich, trage sichtbare Kleidung (in rot oder weiß). Wenn der Helikopter ankommt, steh auf, beweg dich nicht und hebe deine Arme wie ein Y über deinen Kopf (ein Zeichen für „Yes“). Wenn du nichts mit der Rettung zu tun hast, kannst du das dem Helikopter ebenfalls zeigen. Nimm dafür einen Arm nach oben und lass den anderen neben deinem Körper hängen – so formst du ein N (ein Zeichen für „No“). Und last but not least: Schütze deinen Kopf und deine Augen, weil der ankommende Helikopter Steine und Staub aufwirbeln könnte.

Sobald das Rettungsteam bei dir eintrifft, hör genau zu, behindere sie nicht bei der Arbeit und folge ihren Anweisungen.

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