Trail-Etikette
Trail-Etikette für deine Wanderung
Outdoor-Sport ist beliebter denn je, ganz besonders das Wandern. Dank High-Performance-Ausrüstung und leicht zu findenden Infos für Anfänger erfreuen sich immer mehr an dieser Aktivität und ihren Vorteilen. Und das ist großartig: Schließlich sollte jeder die Möglichkeit haben, seinen Wohlfühlort in der Natur zu finden.
Doch egal ob du nur mal kurz um die Ecke spazieren gehen möchtest oder zum Trekking auf der anderen Seite der Welt aufbrichst – jedes unserer Abenteuer hinterlässt Spuren. Um unsere Mitmenschen zu respektieren und die Orte so gut wie möglich zu schonen, die uns so viel geben, haben wir ein paar Tipps für die richtige Etikette beim Wandern zusammengestellt.
Guidelines fürs Wandern
1. Bleib auf dem Trail
Regel Nr. 1: Bleib so gut wie möglich auf dem Trail, geh keine Umwege und nimm keine Abkürzungen. Klar, wenn man das als Einzelperson mal macht, sind die Auswirkungen natürlich minimal – das gilt übrigens auch für alle anderen Tipps in diesem Guide. Stell dir aber vor, das sagt jeder und läuft abseits des Trails. Ehe man sich versieht, entstehen neue Wege, die unsere wunderschöne Mutter Natur verändern. Ein einziger Weg abseits des Pfads genügt bereits, um die Flora entlang der Trails zu schädigen.
2. Respektiere andere Wanderer und Tiere
Eine weitere wichtige Regel lautet: Grüße andere Wanderer. Außerdem gehört es sich an schmalen Stellen, denjenigen den Vortritt zu lassen, die gerade bergauf wandern, damit sie nicht aus dem Rhythmus kommen. Und da du sicher weder Tiere noch Naturliebhaber stören möchtest, die sich nach ein wenig Ruhe sehnen, sprichst du am besten leise und hörst Musik nur über deine Kopfhörer.
Solltest du einem Wildtier begegnen, halte Abstand und lass es dorthin laufen, wo es hinlaufen möchte. Und sollte es dir den Weg versperren, denk daran, dass du gerade in seinem Zuhause unterwegs bist. Nimm daher einen kurzen Umweg. Wenn du mit einem Hund wanderst, sei besonders wachsam – Hunde folgen nämlich instinktiv den Spuren anderer Tiere und jagen ihnen vielleicht sogar hinterher. Nimm ihn daher wenn nötig an die Leine.
3. Nimm alles wieder mit, was du mitbringst
Verpackung und anderer Müll
Lass niemals deinen Müll in der Natur zurück. Dazu zählen nicht nur Verpackungen, Zigarettenstummel und Taschentücher, sondern auch Obst- und Gemüseschalen sowie weitere Lebensmittelreste. Die Zersetzung einer Bananenschale kann zum Beispiel bis zu zehn Monate dauern. Das ist nicht nur ein unschöner Anblick für die nächsten Wanderer, sondern stört auch das sensible Ökosystem. Die Regel ist also einfach: Nimm ALLES wieder mit, was du mitbringst.
Bevor du aufbrichst, entfernst du am besten unnötige Verpackungen von allem, was du mitbringen möchtest. Pack auch einen Müllbeutel ein, den du anschließend ganz einfach entsorgen kannst.
Menschliche Abfälle
Sich in der Natur zu erleichtern, ist eine ernste Angelegenheit. Denn was machst du, wenn die Natur ruft, du aber keine Wasserwege verschmutzen, Krankheiten verbreiten oder die nächsten Wanderer verstören willst? Die Antwort lautet: graben. Und das ist gar nicht so leicht, wie es sich anhört.
Achte zunächst darauf, mindestens 75 Meter von allen Wasserquellen entfernt zu sein und, wenn das nicht möglich ist, so weit wie möglich vom Trail. Am besten suchst du dir ein sonniges Örtchen aus – das ist nicht nur für dich angenehmer, sondern erleichtert auch die Zersetzung. Grabe dann ein Loch von ca. 15 bis 20 cm mit einem Durchmesser von 10 bis 15 cm. Nachdem du dich erleichtert hast, fülle das Loch wieder mit Erde, um so wenige Spuren wie möglich zu hinterlassen. Und das Toilettenpaper? Das packst du in deinen Müllbeutel, den du zu Hause direkt entsorgst. Das gilt übrigens auch für sämtliche Hygieneartikel. Und noch eine letzte Sache: Uriniere nicht in der Nähe von Wasser!
… das war’s schon!
Genauso wie du in der Wildnis nichts wegwerfen sollst, solltest du bei deiner Wanderung auch nichts mitnehmen. Lass alles an seinem Platz – selbst wenn du nicht in einem Nationalpark wanderst, wo das Sammeln von Gegenständen sowieso untersagt ist. Die Blumen, Steine und Geweihe, die dir unterwegs begegnen, spielen eine wichtige Rolle im regionalen Ökosystem und machen den Ort erst zu dem, der er ist. Bewundere diese Schönheiten, so lange du möchtest, mach Fotos, zeichne sie, aber lass sie dort – damit der Moment für die nächsten Wanderer genauso einmalig ist wie für dich. Verewige dich außerdem nicht in der Natur, sondern lass sie im wahrsten Sinne des Wortes unberührt.
4. So campst du richtig
Wandern und Trekking bringen oft auch ein paar Nächte im Freien mit sich. Damit du diese Zeit so gut wie möglich genießen kannst, beachte einfach die folgenden Tipps …
Regionale Vorschriften
Die Vorschriften für Wanderungen variieren je nach Land. In manchen kannst du dein Zelt so gut wie überall aufschlagen, in anderen ist Camping nur eingeschränkt möglich. Wohin es dich auch verschlägt, informiere dich immer über die regionalen Vorschriften. In manchen Orten ist Camping zwar verboten, ein Biwak aber zum Beispiel erlaubt.
Campe auf hartem Untergrund
Um die Natur so wenig wie möglich zu beeinflussen und die Vegetation nicht zu zerstören, campst du am besten auf einem harten Untergrund, zum Beispiel auf Steinen, Sand oder Kies. Nutze an viel besuchten Orten außerdem die ausgewiesenen Campingplätze, statt einen neuen zu schaffen.
Das Feuer
Nichts ist gemütlicher als ein Lagerfeuer in einer stillen Nacht unter den Sternen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn die Auswirkungen können verheerend sein. Es versteht sich von selbst, dass während Dürreperioden oder bei starkem Wind Feuer jeglicher Art verboten sind – in Parks sind sie meistens sogar komplett untersagt. Wähle einen Ort mit ausreichend Holz, damit du nichts aus einem Gebiet nehmen musst, wo es sowieso schon wenig gibt. Greife auch nur zu totem Holz von unterschiedlichen Stellen. Um dein Feuer in Schach zu halten, umrande es mit Steinen und greife wenn möglich auf einen bestehenden Feuerring zurück. Und last but not least: Lass dein Feuer komplett ausbrennen, bevor du ins Bett gehst. Lösche es dabei nicht nur mit Erde, sondern mit Wasser. Nur so kannst du sicher sein, dass es auch wirklich erloschen ist.
Campe nicht bei Wasserquellen
Spüle dein Geschirr nicht in der Nähe von Wasser und putz dir dort auch nicht die Zähne, um unsere Flüsse und Gewässer so sauber wie möglich zu halten. Schlägst du dein Zelt in der Nähe von Wasserquellen auf, störst du außerdem die Tiere, die auf einen einfachen Zugang zu Wasser angewiesen sind. Und sollte es in der Region wilde Tiere oder Bären geben, halte und koche dein Essen sowie andere duftende Gegenstände in sicherer, weiter Entfernung von deinem Zelt.