Die richtige Wanderkleidung
Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen, die Natur erwacht. Oder in anderen Worten: Die Trails locken. Ob du nun an einem Sonntag zu einem gemütlichen Waldspaziergang aufbrichst, eine Wanderung in den Bergen planst oder mehrere Tage auf einer Trekking-Tour unterwegs bist – es steht immer die gleiche Frage im Raum: „Was soll ich anziehen?“. Egal welche Jahreszeit, egal welcher Schwierigkeitsgrad: Am wichtigsten ist, dass deine Kleidung zur Aktivität passt und dich vor Wetterveränderungen schützen kann, sodass du jede Facette deiner Wandertour in vollen Zügen genießen kannst. Bevor du zu deinem Abenteuer aufbrichst, schaust du dir am besten unsere Tipps für die beste Kleidung an.
Anstatt gleich deinen Schrank zu durchwühlen oder dir brandneue Kleidung und Ausrüstung zuzulegen, solltest du dir deine Ziele und Wanderprojekte zunächst genau im Klaren sein. Gehst du im Sommer oder Winter? Geht es in die Berge oder ans Meer? Einen Tag oder mehrere? Und wie oft? Jedes Wochenende oder zweimal im Jahr? So schnell wie möglich oder ganz entspannt und gemütlich? Wie deine Bedürfnisse hängt die richtige Wanderausrüstung von der Jahreszeit, deinem Ziel, der Umgebung, dem Wetter und deiner Geschwindigkeit ab. Ein Prinzip gibt es allerdings, auf das du bei jedem Wetter und in jeder Situation bauen kannst: das wunderbare 3-Lagen-System.
Was ist der Unterschied zwischen Laufen, Wandern und Trekking?
Unterwäsche und Baselayers
Socken und Unterwäsche sind fürs Wandern unheimlich wichtig und sollten nicht unterschätzt werden. Da diese Kleidungsstücke an deiner Haut anliegen, sollen sie dich schützen und gleichzeitig so bequem sein, dass du sie kaum wahrnimmst. Bei langen Touren raten wir dir zu Wollsocken, da sie sowohl warm als auch atmungsaktiv sind. Außerdem trocknet Wolle schnell und riecht weniger unangenehm als synthetische Materialien, wenn du ins Schwitzen kommst. Baumwolle ist nicht sehr atmungsaktiv und daher nicht empfehlenswert. Solltest du sehr energetisch und aktiv unterwegs sein, eignen sich eher Socken aus synthetischen Materialien, da sie ergonomischer sind als Wollsocken und sich deiner Fußform besser anpassen. Welche Socken es schlussendlich auch werden, probiere sie am besten mit deinen Wanderschuhen aus, bevor du dich auf den Weg machst, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden (Blasen, Druckstellen, Falten usw.).
Wie bei den Socken solltest du auch bei der Unterwäsche auf Baumwolle verzichten und stattdessen zu synthetischen Materialien oder Merinowolle greifen, die sehr atmungsaktiv und bequem sind. Frauen raten wir zu einem Sport-BH statt zu einem gewöhnlichen BH, da er mehr Unterstützung und Komfort bietet.
Auch für deine Baselayer sind Wolle oder synthetische Stoffe besser als Baumwolle. Wolle hat dabei einen entscheidenden Vorteil: Sie kann Wärme regulieren und hält dich so bei kaltem Wetter warm und bei warmen Temperaturen schön kühl. Baselayers aus Wolle sind oft teurer und müssen richtig gepflegt werden, durch Handwäsche zum Beispiel. Solltest du tagsüber wandern, sind aber auch synthetische Materialien eine sehr gute Wahl, die auch das Budget nicht so sprengen!
Langarmshirt oder T-Shirt? Bei dieser Entscheidung spielen natürlich die Außentemperaturen und die Jahreszeit eine Rolle. Doch auch bei warmem Wetter schützt dich ein Longsleeve vor der Sonne, führt Feuchtigkeit besser ab und ist bequemer, solltest du eine zweite Lage überziehen müssen.
Isolierende Midlayer
Beim Wandern darfst du nicht frieren! Sei deshalb selbst im Hochsommer oder an warmen Orten immer auf einen kühlen Abend oder einen plötzlichen Temperatursturz vorbereitet. Am besten nimmst du dafür ein Kleidungsstück mit, das deinen Körper warmhält. Auftritt: Midlayer. Dabei gibt es mit Daunen und Fleece unheimlich viele Möglichkeiten. Letzteres ist strapazierfähiger und die beste Wahl, wenn du im Wald unterwegs bist. Im Vergleich zu einer Daunenjacke ist dieses Material nämlich weniger anfällig für stechende Äste. Auf der anderen Seite lässt sich Fleece schwieriger verstauen und schließt auch Wärme nicht so gut ein. Die isolierenden Eigenschaften eines Kleidungsstücks hängen übrigens von ihrer Fähigkeit ab, Luft in ihren Fasern einzuschließen. Daunenjacken (entweder mit natürlichen oder synthetischen Federn) schließen mehr Luft im Inneren ein. Ob natürliche Federn oder synthetische Fasern, diese Entscheidung liegt ganz bei dir. Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile: Natürliche Gänse- oder Entenfedern sind wärmer, leichter zusammenlegbar und haben ein unschlagbares Gewicht-Wärme-Verhältnis. Auf der anderen Seite verlieren nasse Daunen ihre isolierenden Fähigkeiten. Bei Regen oder Schnee brauchst du also eine weitere wasserfeste Lage. Natürliche Daunenjacken sind auch empfindlicher und teurer als synthetische Daunen. Bei synthetischen Daunen gibt es verschiedene Zusammensetzungen, unterschiedliche Webarten sowohl künstliche Federn, die verschiedene Wärmegrade bieten. Schließlich sind auch Hybrid-Modelle für gezielte Wärme und mehr Atmungsaktivität erhältlich.
Denk auch immer daran, dass viele Jacken aus Fleece oder synthetischen Daunen mittlerweile auch aus recycelten Materialien hergestellt werden. Bei natürlichen Daunen kannst du sowohl die Herkunft der Federn herausfinden als auch, wie ethisch korrekt der Hersteller mit den Tieren umgeht (das gilt auch für Schafwolle).
Eine Jacke, die dich bei jedem Wetter schützt
Die Outerlayer (oder dritte Lage) schützt dich vor den Elementen. Sie muss wasserfest, winddicht und atmungsaktiv sein, damit sie dich bei schlechtem Wetter trocken hält. Bei Jacken gibt es verschiedene wasserfeste Membranen, die unterschiedliche Level an Wasserfestigkeit und Atmungsaktivität bieten. Wenn du ein sehr aktiver Wanderer bist, solltest du zu einer Jacke mit hoher Atmungsaktivität greifen. Solltest du eher an Orten unterwegs sein, an denen es gern mal regnet oder schneit, ist eine Jacke mit einer hochgradig wasserfesten Membran die richtige Wahl für dich. Wasserdichtigkeit wird übrigens in Schmerber gemessen.
Hose, Shorts, Tights
Achte bei der Wahl deiner Wanderhose vor allem auf Bewegungsfreiheit und ausreichend Schutz. Für jedes Abenteuer gibt es das passende Modell, zum Beispiel Softshell-Hosen, Hosen aus wasserfestem oder wasserabweisendem Material und Hosen mit verschiedenen Stretchanteilen. Im Sommer kannst du auch zu Shorts oder Zip-off-Hosen greifen. Solltest du im Wald oder hohen Gras unterwegs sein (besonders im Sommer), achte darauf, dass dir deine Hose ausreichend Schutz gegen Zecken bietet. Für kurze Wanderungen kannst du auch Tights tragen, die mit ihrem hohen Komfortlevel punkten! Bei Hosen spielt das 3-Lagen-System keine so große Rolle. Das soll aber natürlich nicht heißen, dass du bei Bedarf keine Lagen überziehen kannst. An kalten Tagen kannst zum Beispiel Tights aus Wolle als Baselayer tragen und, sollte es zu regnen beginnen, einfach eine wasserfeste Hose darüber ziehen.
Farben
Natürlich ist die Farbe eine Frage des persönlichen Geschmacks. Allerdings ist es gut zu wissen, dass helle Farben weniger Wärme absorbieren als dunkle. Manchmal ist es auch ratsam, leuchtende Farben zu tragen, um leichter erkannt zu werden.
Von Kopf bis Fuß!
Für ein Wanderoutfit gibt es selbstverständlich auch einige empfehlenswerte Accessoires. Eine Kappe und/oder ein Beanie bietet dir hervorragenden Schutz vor der Kälte und der Sonne. Außerdem lohnt es sich, ein Schlauchtuch und leichte Handschuhe in deinen Wanderrucksack zu packen. Je nach Terrain können auch Wanderstöcke schnell zu deinen besten Freunden werden. Und last but not least: Sonnenbrille und Sonnenschutz dürfen bei keinem Trail-Abenteuer fehlen!
Wir wünschen dir viel Spaß!