Deine Packliste für Backcountry-Skifahren
Sehen wir der Tatsache ins Auge: Für viele Skifahrer ist Backcountry-Skifahren die natürlichste und erfüllendste Art des Skifahrens. Bitte versteh uns aber nicht falsch, Ski-Ressorts sind großartig. Wir lieben, dass uns dort verschiedene Terrains ganz einfach zu Füßen liegen und wir viele Pistenkilometer an einem einzigen Tag zurücklegen können, die legendären Snow-Parks und ach, wie wunderschön die Wellen perfekt präparierter Pisten in der Morgensonne glitzern. Beim Backcountry-Skifahren können Skifahrer aber ihren Urinstinkt ausleben, die Menschenmengen hinter sich lassen und den Berg in seiner natürlichsten Form erleben.
Und obwohl die alpine Landschaft auch kein Erbarmen kennen kann, ist mit ihr ein Gefühl der Erfüllung verbunden: Wenn man sich ihren Herausforderungen stellt und es schafft, diese wilde und wunderschöne Umgebung nicht nur zu überleben, sondern voll und ganz in ihr aufzugehen – und sich in ihr auszutoben!
Dieser Artikel wird dir bei der Entscheidung helfen, was du für deine Skitourentage unbedingt mitnehmen solltest und was du getrost zu Hause lassen kannst, um dieses Erlebnis voll und ganz auszukosten.

Lawinen-Equipment
Es liegt auf der Hand – wir betonen aber es trotzdem nochmal – dass ein LVS-Gerät, eine Lawinensonde und eine Lawinenschaufel unentbehrlich sind, wenn du dich in dein Backcountry-Abenteuer stürzt, egal ob es nur ein paar Stunden oder ein paar Tage dauert. Da es sich hier um die absolute Grundausstattung handelt, gehen wir nicht weiter ins Detail. Möchtest du aber noch mehr dazu herausfinden, wirf einfach einen Blick auf unseren Artikel über die unverzichtbare Ausrüstung für Backcountry-Skifahren.
Ausreichend Wasser
Genauso wichtig wie deine Lawinensicherheitsausrüstung ist es, genügend Wasser mitzunehmen, sodass du gut hydriert durch den Tag kommst. Mach die Menge von der Dauer und Schwierigkeit deiner Tour sowie der Wetterlage abhängig. Wenn du einen schneebedeckten Berg an einem wunderschönen Frühlingstag erklimmst, kann es überraschend heiß werden.
Auf der anderen Seite fährt man natürlich öfter bei eiskalten Temperaturen Ski, weshalb die Möglichkeiten, ausreichend Wasser mitzunehmen, begrenzt sind. Eine Wasserblase mit Trinkschlauch, die beim Wandern und Mountainbiking ein perfekter Begleiter ist, friert beim Skifahren womöglich ein. Nimm die Wasserblase stattdessen ohne den Schlauch mit oder packe eine Plastik- oder Aluminium-Wasserflasche in deinen Rucksack.
Ansonsten gelten zum Thema „Trinken“ die gleichen Prinzipien wie für andere Outdoor-Sportarten. Wirf hier gleich noch einen Blick auf unsere Trink-Tipps.
Lebensmittel
Backcountry-Skifahren ist ein großartiges Workout, und wenn du den Berg mit Steigfellen erklimmst, kannst du davon ausgehen, jede Menge Kalorien zu verbrennen. Deshalb ist es wichtig, deinen Körper während des Tages mit ausreichend Energie zu versorgen.
Manche bevorzugen Energieriegel oder einen Trail-Mix, weil man sie unterwegs oder bei einer kleinen Pause leicht snacken kann. Andere freuen sich auf ein richtiges Picknick mit Baguette, Käse und Wurst.
Wofür du dich auch entscheidest, es ist wichtig, eine gute Balance zwischen guten Kohlenhydraten und Proteinen zu finden, die dich mit so viel Energie versorgen, dass du bis zum Ende deiner Tour alles geben kannst.
GPS-Gerät oder Karte und Kompass
Wenn man sich im Backcountry verirrt, kann sich ein Fun-Day schnell in einen Horror-Day verwandeln. Plane deine Route daher gut und nimm die Tools mit, die dir dabei helfen, auf dem richtigen Weg zu bleiben, wie zum Beispiel ein GPS-Gerät oder eine Karte und einen Kompass. Teste den Umgang mit deinem GPS-Gerät oder der Karte und dem Kompass auf bekanntem Terrain. Solltest du dann wirklich vom Weg abkommen, weißt du, wie du wieder zurückfindest.
Erste-Hilfe-Set
Ein Erste-Hilfe-Set ist wie eine Versicherung: Wenn alles gut läuft, braucht man es nicht. Im Fall eines Unfalls ist man aber richtig glücklich, dass man es hat. Ein paar Basics, die dabei sein sollten: Pflasterverband, Tupfer, medizinisches Klebeband, nicht klebende sterile Verbände, antiseptische Feuchttücher, antibakterielle Salbe, Blasenpflaster, Schmerztabletten und eine Alu-Polsterschiene.
Dinge wie Stift und Papier (um deine Vitalwerte zu checken) und eine Rettungsdecke brauchst du zwar nicht in deinem Erste-Hilfe-Set. Irgendwo in deinem Rucksack solltest du sie aber schon dabei haben.
Extra Lagen
Ein leichte Daunen- oder Fleecejacke wiegt nicht viel, kann aber einen riesigen Unterschied machen, wenn das Wetter doch schlechter ist als erwartet. Und da die meiste Körperwarme an Kopf und Hals verloren geht, ist eine Gamasche um den Hals perfekt, um diese Körperstellen zu isolieren und gleichzeitig dein Gesicht vor Frostbeulen und Sonnenbrand zu schützen.
Extra Handschuhe
Sollte etwas nicht nach Plan laufen, deine Hände kalt werden und du sie nicht mehr richtig bewegen können, kann sich deine Situation ganz schnell noch weiter verschlechtern. Handschuhe werden nass, gehen verloren oder stellen sich als viel zu dünn für deinen Traum im Pulverschnee heraus. Wenn du aber ein extra Paar Handschuhe in deinem Rucksack hast, bedeutet keines dieser Szenarien den Abbruch deines Abenteuers.
Extra Handschuhe sind sogar so wichtig, dass Backcountry-Gurus wie Josh Daiek gleich zwei extra Paare mitnehmen.
Taschenmesser
Ein Messer im Gepäck ist immer eine gute Idee, denn für deinen Backcountry-Trip kann es unheimlich nützlich werden. Und wenn du schon ein Messer mitnimmst, kannst du auch gleich einen drauf legen und ein Taschenmesser mit Schraubenzieher, Zange Schere einpacken.
Auch wenn du damit meistens wohl nur Käse schneidest, kann ein gutes und leichtes Taschenmesser ein wahres Wunder der Technik sein, in das du dich schlussendlich Hals über Kopf verliebst und es immer und überall bei dir haben wirst. Irgendwann wirst du auch feststellen, dass du tatsächlich jedes einzelne Werkzeug verwendest. Ja, sogar das komische spitze Ding mit dem Loch in der Mitte.
Skiriemen
Du weißt schon, das sind diese orangefarbenen Gummiriemen, mit denen die coolen Typen ihre Ski und Stöcke zusammenbinden. Beim Backcountry-Skifahren können diese kleinen Helfer eine ganze Menge mehr, zum Beispiel Steigfelle an deine Ski schnallen, wenn sie einfach nicht fest bleiben wollen. Du hast am besten mindestens vier dabei, und achte darauf, dass deine Ski-Freunde sie auch alle sehen können – damit sie auch sicher wissen, dass du zur coolen Ski-Gang gehörst.
Schaber
Ein Schaber ist extrem nützlich, wenn du deine Skibeläge von Eis, Schmutz oder Wasser befreien willst, um Steigfelle an ihnen zu befestigen. Eine Kreditkarte eignet sich dafür natürlich auch und ist auch praktisch, wenn du am Abend für die nächste Runde Bier verantwortlich bist. Schaber sind aber so leicht und kompakt, dass du ganz leicht einen in deine Tasche stecken kannst.
Klebeband
Skiriemen haben Klebeband in vielerlei Hinsicht ersetzt, aber nicht komplett. Ob mit ihm ein tiefer Einriss geflickt wird oder nur ein kleines Loch an einer Jacke – ein Klebeband kann in vielen Situationen ziemlich hilfreich sein. Außerdem: Wenn du einen halben Meter Klebeband professionell unter beide Griffe deiner Skistöcke wickelst, verleihst du deinem Image als cooler Skifahrer einen Push, wie es mit den schicken Skiriemen niemals möglich wäre.
Sonnenschutz
Sonnencreme, Sonnenbrille und ein Sonnenhut sind vielleicht keine Essentials für jeden Trip abseits der Piste. Da die Berge aber an sonnigen Frühlingstagen besonders verlockend sind – und du dich oft in einer Umgebung ohne Schutz vor der Sonne rumtreiben wirst – können sie wirklich praktisch sein.
Tragbares Ladegerät
Von Apps mit 3D-Karten bis hin zu Kompass, Altimetern und Erste-Hilfe-Anleitungen – Handys werden fürs Backcountry immer praktischer. Diese neuen Technologien + kaltes Wetter = kürzere Akkulaufzeit.
Wenn du dich also auf dein Handy verlassen willst oder musst, um im Notfall die Bergwacht zu kontaktieren, ist ein kleines, leistungsstarkes, tragbares Ladegerät unverzichtbar.
Stirnlampe
Die meisten Menschen, die viel Zeit in den Bergen verbringen, wurden bestimmt schon einmal umnachtet (heißt in diesem Fall: die Nacht brach überraschend über sie herein).
Wenn du einen langen Tag planst, tu dir etwas Gutes und wirf eine Stirnlampe in deinen Rucksack. Denn die Taschenlampe (und der Akku) deines Handys werden nicht ewig reichen und früher oder später wirst du sie brauchen. Und wenn dieser Fall wirklich eintritt, wirst du froh um sie sein.
Entscheide, was am besten für dich ist
Jeder hat andere Bedürfnisse und während sich die Basics mancher Packlisten überschneiden, gibt es für gewöhnlich ein paar Dinge, die andere niemals in ihren Rucksack packen würden (z. B. eine weitere Baselayer, Ohrhörer, eine Dose Red Bull, G.N.A.R. Regeln/Punkte, etc.).
Basierend auf Faktoren wie Ziel, Wetter und Terrain wirst du vielleicht auch noch anderes Equipment auf deine Liste setzen …
- Skifahren auf einem Gletscher? Dann brauchst du noch ein Seil, Gurte und eine Rettungsausrüstung für Gletscherspalten.
- Steiles Terrain? Steigeisen und ein Eispickel könnten notwendig sein.
- Eisig kalt? Eine Thermosflasche mit einem Heißgetränk kann das extra Gewicht wirklich wert sein.
Aber denk daran, beim Backcountry-Skifahren bedeutet Schnelligkeit auch Sicherheit. Je mehr du mitnimmst, desto langsamer wirst du und bist Gefahren eher ausgesetzt.
Es kann Jahre und viele unvergessliche Trips abseits der Piste brauchen, um die perfekte Balance aus Mitnehmen und Zurücklassen zu finden. Worauf wartest du also noch? Höchste Zeit, die Lawinenbedingungen zu checken und aufzubrechen! Hier findest du mit einem Klick hier noch mehr Tipps zu Skitouren.