Was ist ein Ultramarathon?
Ultramarathon, Ultratrail, Ultrastreckenlauf … bei diesen Worten schlägt das Herz vieler Läufer gleich höher. Kein Wunder, fallen in diese Kategorie doch legendäre Rennen wie der Ultra Trail Mont Blanc und der Western States Endurance Run. Die Definition dieser Begriffe ist allerdings nicht immer ganz klar. Was ist ein Ultramarathon und allgemein ein Ultrastreckenlauf? Wir haben die Antworten und geben dir gleich noch Tipps an die Hand, wie du dich am besten auf ein solches Rennen vorbereitest.
Was bedeutet „Ultramarathon“ wirklich?
Oft wird ein Ultramarathon als ein Rennen definiert, das länger ist als ein Marathon – also länger als 42 Kilometer. Tatsächlich verlangt ein Ultra aber wesentlich mehr von seinen Teilnehmern ab.
Ultrastrecke: Was sagen die Verbände?
Es gibt viele Verbände, die ihre eigene Definition für unterschiedliche Rennformate haben. Auch wenn sie sich hier und da ein wenig unterscheiden, ist die Grundidee immer die gleiche:
Trail Running:
- Kurz: 21–41 km
- Lang: 42–80 km
- Ultra: länger als 80 km. Die bekanntesten Ultra-Trails sind in Wirklichkeit aber länger als 100 km oder 100 Meilen (160 km).
Bei der Bestimmung des Schwierigkeitsgrads eines Rennens spielen außerdem die Höhenmeter (vertikal zurückgelegte Distanz) eine große Rolle. Die häufigsten Ultrastreckenformate beim Straßenlauf umfassen 100 km oder 100 Meilen und dauern 24 Stunden.
Einen Ultramarathon nach Laufzeit definieren
Wir bei Salomon finden, dass man Ultrastreckenrennen auch hinsichtlich ihrer Laufzeit definieren sollte. Die Lauf-Community ist sich dabei weitestgehend einig, dass ein Ultra eine Laufzeit von acht bis zehn Stunden umfasst – aber auch länger dauern kann. Unserer Meinung nach ist es besser, die Definition eines Ultralaufs nicht auf die Distanz, sondern auf die enorm lange Laufzeit zu stützen, um den Einsatz und das Race-Management, die für diese Art von Veranstaltung erforderlich sind, besser darzustellen.
Ungewöhnliche Rennformate
Es gibt einige legendäre Rennen, deren Formate so einzigartig sind, dass sie sich einen gewaltigen Ruf aufgebaut haben – zum Beispiel der Marathon des Sables (250 km in sechs Etappen) und der Barkley, den seit 1986 gerade einmal 16 Läufer beenden konnten. Wettkampforganisatoren haben sich von ihnen inspirieren lassen und werden immer kreativer, wenn es darum geht, die Teilnehmer vor eine enorme körperliche und mentale Herausforderung zu stellen. So entstanden bereits neue Rennen wie der Backyard Ultra und Last One Standing (in Frankreich bekannt als Dernier Homme Debout). Bei diesen Rennen muss eine Runde innerhalb einer bestimmten Zeit zurückgelegt werden, immer und immer wieder. Läufer, die das Zeitlimit nicht einhalten können, scheiden aus – so lange, bis nur noch ein Läufer übrig ist. Diese besonderen Herausforderungen sind so originell, dass sie sich immer größerer Beliebtheit erfreuen und bestimmte Bereiche des Sports grundlegend neu definieren.
Mehr als nur Zahlen: Der Spirit eines Ultras
Wie du siehst: Einen Ultramarathon einzig nach Distanz oder Laufzeit zu definieren, ist nicht nur ein recht einfacher Weg, sondern auch ein ungenauer. Denn egal ob Trail oder Asphalt: Ein Ultra bedeutet vor allen Dingen Einsatz, Lust auf Abenteuer und die Entdeckung von Bergen, Landschaften, neuen Umgebungen und sogar von dir selbst. Während die besten Läufer nach einer herausragenden Performance oder einer Top-Platzierung greifen, ist das Hauptziel der meisten Ultraläufer, das Rennen zu beenden. Bei diesem langen Rennen Spaß zu haben, ist die ultimative Belohnung für die Vorbereitung, mentale Stärke und das makellose Race-Management, die für das Überqueren der Ziellinie nötig sind.
Die Begeisterung reißt nicht ab
Immer mehr Läufer möchten bei einem Ultra-Event dabei sein. Das liegt daran, dass es für die Teilnehmer eine tiefere Bedeutung hat. Egal ob man als Athlet ein Ziel erreichen oder eine persönliche Herausforderung meistern möchte oder einfach nur abenteuerhungrig ist: Die Beweggründe für einen Ultra sind vielseitig und gleichzeitig sehr persönlich. Eines ist aber klar: Wer sich einem Ultra stellt, übt nicht einfach nur eine Sportart aus oder trainiert ein wenig.
Ein Ultra will vorbereitet sein
Von einem Ultra zu träumen, ist leicht. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass das Laufen solcher Distanzen ein extrem hohes Maß an körperlicher, mentaler und logistischer Vorbereitung erfordert. Weitere Infos und hilfreiche Tipps findest du in unserem Artikel So bereitest du dich auf einen Ultratrail vor. Nur mit vielen Trainingsstunden lassen sich die Ausdauer und körperlichen Fähigkeiten aufbauen, die für derartige Events erforderlich sind. Am besten passt du dein Training an das Format des Rennens an, an dem du teilnehmen möchtest (Distanz, Höhenmeter, Terrain etc.) und steigerst dich nach und nach. Am Anfang stehen dabei natürlich jede Menge Kilometer bei langsamer Geschwindigkeit. Es ist aber auch wichtig, dass du an deiner Technik feilst und Kraft aufbaust, damit du Stöße bergab richtig abfedern kannst. Außerdem musst du wissen, wie du die notwendige Ausrüstung richtig einsetzt, zum Beispiel welche Kleidung zu welchen Bedingungen passt. All das kommt mit der Erfahrung und die kommt wiederum vom Training in der Natur und deiner Vorbereitung auf das Rennen. Damit du am großen Tag von unliebsamen Überraschungen verschont bleibst, probierst du am besten nichts Neues aus, besonders wenn es ums Essen und Trinken geht. Solltest du nachts laufen, musst du dich außerdem daran gewöhnen, im Lichtstrahl deiner Stirnlampe zu laufen. Und last but not least steht eine hervorragende mentale Vorbereitung auf der To-Do-Liste, damit du nicht nur durch mögliche Tiefs, sondern auch durch ausgesetztes Gelände kommst – das ist bei solch langen Rennen ganz besonders wichtig. Und vergiss nicht: Deine Energie kehrt immer zurück! Wenn du einen Ultra laufen möchtest, musst du zu 100 % bei der Sache sein, dich gleichzeitig aber auch um deine Familie und deine Arbeit kümmern. Dieser Balanceakt ist alles andere als leicht!
Ein Ultrastreckenrennen meistern
Um einen Ultra zu Ende zu bringen und gleichzeitig ein Lebensziel zu erreichen, darf es beim Race-Management an nichts fehlen. Du musst deine Energie genau einteilen können und dich so gut wie möglich an deine Laufstrategie halten. Auch die Logistik will gut organisiert sein: Nur so hast du immer ausreichend zu essen und trinken, während du dich an die Bedingungen und unerwartete Vorkommnisse anpasst.
Ein Ultra ist nicht nur ein sportliches Abenteuer, sondern auch ein menschliches. Für die Vorbereitung und das Meistern eines solchen Rennens ist die Unterstützung von Familie und Freunden daher Gold wert. Genau das macht dieses Erlebnis so bedeutend und authentisch und erklärt auch, warum Ultras so beliebt sind.