Thibaut Baronian: Ultra Cape

IM HERZEN DES PROJEKTS
Ultra Cape folgt Thibauts erstem Projekt auf Santo Antao von 2019, bei dem er die Insel durchquerte (FKT [schnellste bekannte Zeit] von 96 km und 6000 Hm in 15:57 h) und sich in einem Schulprojekt engagierte. Er sponserte eine Gruppe von vier Schulen im Paul Valley, wo er Trail Running Touren organisiert.
Thibaut führte sein Projekt fort und wollte die übrigen Inseln entdecken. Sein Projekt, Biodiversität und Bildung durch Sport miteinander zu verknüpfen, wurde 2020 ins Leben gerufen. Sein Ziel: Alle acht Inseln und Gipfel zu durchqueren und lokale NGOs und Schulen dabei mit einbeziehen!
“"Uns ging es nicht um sportlichen Erfolg. Wir wollten diese Reise zu einem menschlichen Projekt machen!" ”

Thibaut Baronian
Trailrunner*innen
Inwiefern haben Aktivitäten, wie die Spenden an Schulen und das Säubern des Strands, dazu beigetragen, dass dieses Projekt befriedigender war als andere Sportprojekte?Mir war wichtig, den Sport für andere Zwecke zu nutzen und Botschaften über ihn auszusenden. Und letztendlich gab er uns auch die Möglichkeit, unsere Werte mit Menschen unterschiedlicher Herkunft teilen.
SPOTLIGHT AUF KAP VERDE
Welche Hoffnungen hast du, was die Zuschauer über Kap Verde und seine Menschen aus deinen Film für sich mitnehmen werden?
Wer die Atmosphäre von Kap Verde verstehen will, muss sie erleben. Die Sympathie, die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der einheimischen Bevölkerung sind unbeschreiblich, trotz der Armut und Probleme, die wir in Europa in der Form gar nicht kennen.
Ich wollte außerdem die Vielfalt der dortigen Landschaften vermitteln und für verantwortungsvollen Tourismus werben.
Warum wolltest du an diesen Ort und mit diesen Menschen zusammenarbeiten? Warum benötigen sie Hilfe?
Wir haben uns für die Zusammenarbeit mit drei NGOs auf drei verschiedenen Inseln entschieden, die sich für den Schutz der biologischen Vielfalt in gefährdeten Gebieten engagieren. Diese NGOs setzen sich insbesondere für den Schutz der Schildkröten ein, die auf Kap Verde ihre Eier in großer Zahl ablegen.
Das gesamte Team weiß, wie wichtig dieser Schutz ist, auch was die Aufklärung angeht. Darüber hinaus haben wir uns mit mehreren Schulgruppen in Verbindung gesetzt, um zu ermitteln, was sie am dringendsten benötigen, damit wir ihnen möglichst gezielt helfen können. Wir konnten viel Material für Sport, Bildung und Wissenschaft sammeln und mitbringen!
Was war bei diesem Projekt mit Blick auf die Performance anders als bei anderen Projekten? Gab es beunruhigende Momente, Angstsituationen, die man erlebt, wenn man nicht mehr weiter weiß?
Dieses Projekt war natürlich außergewöhnlich, weil wir die meiste Zeit auf unbekannten Trails unterwegs waren. Ich bin zusammen mit Laurent etwa 400 km und mehr als 18 000 Hm in acht Etappen zwischen 22 und 85 km gelaufen. Wir mussten uns akribisch vorbereiten, um Trails zu finden und sicherzustellen, dass wir sie tatsächlich laufen können. Dazu die Bootsfahrten zwischen den Inseln, was mitten auf dem Atlantik nicht einfach war!
Auch bedrohliche Situationen kamen auf, als wir beispielswiese orientierungslos mehrere Stunden auf einer Klippe festsaßen. Stundenlang ohne Wasser. So viel Durst wie in diesem Moment hatte ich wohl noch nie in meinem Leben. Leider haben wir nur sehr wenige Bilder davon, weil wir nur noch im „Überlebensmodus“ waren und unseren Weg zurückfinden mussten!
“"Das Lachen und Lächeln hat uns großzügig entschädigt. Es gab wunderschöne Momente – mit den NGOs, vor allem aber mit den Kindern in den Schulen!" ”

Thibaut Baronian
Trailrunner*innen
Wie haben die Menschen reagiert, als sie von deiner Inselüberquerung und den Spenden erfuhren, die du organisiert hattest?
Alle haben sich total gefreut, uns willkommen zu heißen. Das Lachen und freudigen Gesichter waren eine tolle Belohnung für uns. Wir haben schöne Momente mit den NGOs, aber auch mit den Kindern in den Schulen erlebt!
Trail Running kennen sie gar nicht als Sport. Sie waren oft sehr überrascht, uns von so weit her kommen zu sehen!
Wie anstrengend war es, das Laufen mit den Strandsäuberungsaktionen und den Schulbesuchen zu kombinieren?
Ja, all das Laufen, Bootfahren, Strand säubern und die Schulbesuche haben uns langsam, aber sicher richtig erschöpft. Bei unserer Rückkehr von dem Projekt waren wir alle ziemlich ausgelaugt (aber dennoch glücklich!).
ERST DIE HILFE, DANN DIE PERFORMANCE
Lohnt sich ein solches Projekt für dich persönlich, das auf eine Gemeinschaft abzielt? Und würdest du dich in Zukunft gerne stärker engagieren?
Natürlich ja, für mich persönlich hat sich das Projekt total gelohnt, genau wie für das gesamte Team, denn Sport und Leistung spielten hier eher eine Nebenrolle.
Es war auch ein Projekt, mit dem ich den Menschen auf den Kapverden danken wollte. Sie haben mich auf meinen Reisen immer mit offenen Armen empfangen und von Herzen gegeben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Es war ein Projekt des Teilens, ein Wert, der mir sehr am Herzen liegt.
Wie kann man dieses soziale Projekt unterstützen?
Wir werden einen Spendenfonds einrichten, um dieses Projekt mit anderen Schulen in Sao Vicente (Mindelo) fortzuführen. Und wir werden die Spenden weitergeben (Kleidung, Schulmaterial, Sportgeräte …), die seit 2021 bei uns eingegangen sind.
Das Volumen ist ziemlich groß. Am einfachsten wäre es, unsere Spenden zu verschiffen und sie dann im Herbst während unserer Trail Trips einzusammeln und sie in verschiedenen Teilen der Inseln Sao Vicente und Santo Antao zu überreichen!
Die Idee ist, dass sich dieses Projekt dank eurer Unterstützung weiterentwickeln kann! Also euch vielen Dank!