Beim Wandern richtig navigieren
Wer stand beim Wandern nicht schon einmal an einer Gabelung und wusste nicht ob nach links oder rechts? Sobald man weit weg von der Zivilisation ist, lässt sich der richtige Weg manchmal nicht so einfach finden. Ob verwinkelte Trails, üppige Vegetation oder ein steiles Terrain – schnell vergisst man, wo eigentlich gerade nochmal Norden ist! Du entdeckst gern das Unbekannte? Das können wir verstehen. Gerade dann ist es zur Risikominimierung aber gut, ein paar Dinge über die richtige Orientierung zu wissen, bevor du dich auf die Trails stürzt. Deshalb haben wir ein paar Tipps für dich zusammengestellt, wie du beim Wandern nicht vom Weg abkommst.
1 – Plane deine Route
Das Geheimnis einer erfolgreichen Wanderung liegt in einer guten Planung! Es ist unheimlich wichtig, deine Tour zu planen und die Route zu bestimmen, bevor du losgehst:
- Schau dir die technischen Eigenschaften deiner Route an: Wie lang ist sie? Wie viele Höhenmeter hat sie? Läufst du eine Runde oder ein gerades Stück? Wie sieht das Terrain aus und in welcher Umgebung wirst du sein (Bergwiesen, Wälder, Buschland …)?
- Mach dich mit Wanderwegmarkierungen, klar erkennbaren Orientierungspunkten (Gipfel, Pässe, Flüsse, Hütten …) und der Hauptrichtung deiner Route vertraut.
- Präge dir die unterschiedlichen Wanderwegmarkierungen ein, die dir auf deiner Route begegnen.
+ Schau dir die Wettervorhersage an (Wind, Wolken, Nebel, Regen, erwartete Temperatur …).
+ Wähle eine Ausrüstung, die zu deiner Wanderung passt.
So bereitest du dich auf eine Wanderung vor
2 – Nützliche Tools und Kenntnisse, um beim Wandern auf dem richtigen Weg zu bleiben
- GPS und Apps
Draußen in der Wildnis und weit weg von allem kann Technologie zu deinem besten Wanderbegleiter werden – vorausgesetzt du weißt, wie du sie richtig benutzt … GPS, Apps und interaktive Maps auf deinem Smartphone mögen wie einfach zu bedienende Tools aussehen, die dir beim Wandern den Weg zeigen. Trotzdem ist es ratsam, sich mit all diesen Technologien vertraut zu machen, bevor es losgeht. Ganz besonders wichtig ist es, deine Route vorher zu planen und herunterzuladen, damit du auch ohne GSP-Signal auf die Routendaten zugreifen kannst. Außerdem versteht es sich von selbst, dass du das Haus nicht ohne geladenes Handy verlässt, da GPS-Apps jede Menge Akkuleistung verbrauchen. Für lange Wanderungen kommt also am besten noch eine Powerbank in deinen Rucksack.
- Karten
Die gute alte Landkarte! Auch wenn dein Smartphone voller innovativen Technologien steckt, hat die bewährte Landkarte bis heute ihre Daseinsberechtigung! Je nach Region oder Gebiet gibt es eine große Auswahl an verfügbaren Landkarten mit Maßstäben aller Art. Für Wanderungen in Europa nimmst du am besten die bewährte IGN Top 25 Wanderkarte (1 cm = 250 Meter). Damit du dir das entsprechende Gebiet besser vorstellen kannst, zeigt dir diese topografische Karte alle Terrains enorm detailliert auf (Höhen- und Umrisslinien, Straßen, Wege, Gebäude, Wasserstraßen, Wälder, Haine …). Jetzt musst du sie nur noch richtig lesen können. Wie bei deinem GPS-System empfehlen wir dir wärmstens, einen Blick auf deine Karte zu werfen, bevor du startest! Schau dir die Legende genau an, zeichne deine Route nach und finde leicht erkennbare Orientierungspunkte. Am besten lernst du Kartenlesen übrigens anhand eines Gebiets, in dem du dich bereits auskennst.
Wenn du dich verläufst, musst du versuchen, dich wieder zu orientieren. Schau dir dafür zuerst deine Umgebung an, damit du auf der Karte sehen kannst, wo du bist. Mach den letzten bekannten Punkt ausfindig, an dem du vorbeigekommen bist, und schätze, wie schnell du von diesem Punkt dorthin gekommen bist, um zu bestimmen, wo ungefähr du gerade stehst. Sobald du dich selbst positioniert hast, musst du die Karte richtig drehen, damit du in die richtige Richtung läufst. Bei IGN Karten ist Norden immer oben auf der Karte, wenn du sie so hältst, dass der Text zu dir zeigt. Anschließend musst du herausfinden, in welcher Richtung Norden liegt – entweder mit einem Kompass oder indem du dir deine Umgebung ansiehst. Wenn das alles passt, kannst du die Karte anschließend richtig auslegen.
- Der Kompass
Ein Kompass im Rucksack ist immer gut! Wenn du versuchst, deinen Weg zu finden, kannst du ziemlich leicht die Orientierung verlieren. Auch das Wetter kann es dir schwer machen, wenn sich zum Beispiel eine dicke Nebeldecke auf deine Umgebung legt und alle Orientierungspunkte verdeckt. In diesen Fällen kannst du mit einem Kompass leicht zurück auf den Weg finden und dich auch dann wieder orientieren, wenn du weniger sehen kannst. Damit das gelingt, musst du Norden finden und deine Karte danach ausrichten. Lege deinen Kompass dafür flach auf die Nordlinie und dreh deine Karte langsam so lange, bis sie zur Nordnadel deines Kompasses passt.
- Natürliche Orientierungspunkte
Alle, die sich nach noch mehr Abenteuer sehen, können ihren Weg beim Wandern auch auf andere Weise finden. Die Natur hält nämlich jede Menge Hinweise für dich bereit, die dir je nach Bedingungen zurück auf den richtigen Weg helfen. Bis heute vertraut man nachts auf die Methode der alten Navigatoren! Ein Blick in die Sterne kann dir verraten, wo Norden liegt! Dafür musst du nur den Großen Wagen finden – keine Sorge, das geht auch ohne große Astronomiekenntnisse. Nimm die zwei hellen Sterne des oberen Teils des Kastens gegenüber von der Deichsel des Großen Wagens und zieh dann eine gerade Linie nach oben, ungefähr fünfmal so lang wie die Entfernung zwischen den zwei Sternen des Kastens. Dort erblickst du einen enorm hell leuchtenden Stern, den Polarstern. Er zeigt dir den Weg nach Norden. Am Tag kann dir die Position der Sonne ebenfalls dabei helfen, Ost und West zu finden und dich dadurch zu orientieren. Und last but not least: Versuche, über Orientierungspunkte herauszufinden, wo du bist, wenn Wetter und Sicht es erlauben.
GPS-Systeme, Karten, Kompasse und die Sterne – sie alle können dir beim Wandern den Weg weisen. Damit du dich auch sicher nicht verläufst, machst du dich am besten mit diesen Orientierungstechniken vertraut, bevor du die Trails entdeckst. Und wenn du gar kein Risiko eingehen möchtest, kannst du dich immer an einen zertifizierten Bergführer wenden, um zu lernen, wie du die verschiedenen Tools richtig nutzt.