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Courtney Dauwalter & François D’haene schreiben UTMB® Geschichte

20. Juni 2022
Lesezeit: 5 Min

Ein Jahr nachdem 2020 der berühmteste Ultramarathon der Welt aufgrund der Pandemie abgesagt wurde, kehrten Courtney Dauwalter (USA) und François D’haene (Frankreich) nach Chamonix zurück und fuhren einen sagenhaften Doppelsieg für das Team Salomon beim UTMB® ein.

Vor den Augen der zahlreichen Zuschauer, die den Start, das Ziel und einen Großteil der 171 km (100 Meilen) dazwischen säumten, lieferten sich die beiden Titanen des Sports erneut ein packendes Duell auf der größten Bühne des Sports. Für Dauwalter war es der zweite UTMB®-Sieg in Folge und D’haene ging als erster viermaliger Gewinner des Herren-Rennens in die Geschichte ein. Der Wettkampf beginnt und endet im berühmten französischen Bergdorf Chamonix und führt durch Italien und die Schweiz. Insgesamt werden mehr als 10000 Meter Auf- und Abstiege zurückgelegt und 2500 Höhenmeter erreicht.

Courtney Dauwalter & François D'Haene Write UTMB® History

COURTNEY BRICHT STRECKENREKORD

Für Dauwalter war der UTMB® eine zweite Chance auf einen Erfolg 2021. Denn wie auch D’haene ging sie innerhalb von weniger als zwei Monaten sowohl beim Hardrock 100 als auch beim UTMB® an den Start, musste jedoch bei ersterem aufgrund von schweren Magenproblemen aufgeben. Voller Zuversicht und mit dem Wissen, aus dieser Erfahrung gelernt zu haben, kam sie nach Chamonix und überzeugte: Sie gewann mit einer Zeit von 22:30:54, fast 40 Minuten vor ihrer Salomon-Teamkollegin Camille Bruyas (Frankreich). Mit ihrem Sieg brach Dauwalter außerdem den 2013 von Rory Bosio aufgestellten UTMB® Streckenrekord um mehr als sechs Minuten.

„Das Feuer vom Hardrock brannte noch immer in mir, weil ich den Wettkampf nicht beenden konnte“, sagte Dauwalter. „Ich war immer noch richtig heiß darauf, die 100 Meilen zu laufen, körperlich ausgeruht und bereit für dieses Rennen … in Zukunft will ich das Double aber trotzdem noch versuchen.“

“"Ich war immer noch richtig heiß darauf, die 100 Meilen zu laufen, körperlich ausgeruht und bereit für dieses Rennen" ”

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Courtney Dauwalter

Ultra-Trail-Läuferin

Gleich zu Beginn setzte sich Dauwalter an die Spitze, behielt die ganze Nacht und den ganzen Samstag über die Führung und gewann das Rennen zum zweiten Mal in Folge – obwohl das nicht unbedingt gesagt war. Die Schwedin Mimmi Kotka nahm die Verfolgung auf und war den größten Teil der Nacht nur ein paar Minuten hinter Dauwalter. Sie beendete das Rennen als Dritte.

„Ich sah Mimmi bei den Aid Stations, und bergab ist sie besser als ich. Ich hoffte, sie würde aufholen und dass wir ein paar Meilen zusammen laufen könnten“, so Dauwalter. „Ich liebe diese Gemeinschaft, und so viele Menschen haben uns auf der ganzen Strecke angefeuert.“

Nach einem schnellen Start lief Camille Bruyas konstant gut und kam als Zweite ins Ziel. Sie überholte Kotka in Vallorcine, kurz vor dem letzten Anstieg, und erzielte damit den bisher größten Erfolg in ihrer Karriere.

D’HAENE HOLT SICH DAS HARDROCK/UTMB® DOUBLE

D’haene holte sich den Sieg mit einer Zeit von 20 Stunden, 45 Minuten und 59 Sekunden und damit über 12 Minuten vor dem Zweitplatzierten Aurélien Dunand-Pallaz (Frankreich). Der Salomon Athlet Mathieu Blanchard (Frankreich) lief ein strategisch perfektes Rennen und sicherte sich mit einer Zeit von 21:12:43 den dritten Platz. D’haene gewann das Rennen bereits 2012, 2014 und 2017. Noch beeindruckender ist wahrscheinlich aber die Tatsache, dass der UTMB® Sieg eine beeindruckende Saison krönte: Als erster konnte er die zwei schwierigsten 100-Meilen-Rennen innerhalb von nur sechs Wochen gewinnen – beim Hardrock 100 in Colorado sicherte er sich im Juli mit einer Rekordzeit den Sieg.

„Ich hätte nie erwartet, beide Rennen zu gewinnen, es war wirklich ein besonderes Jahr“, so D’haene. „Für mich war die Herausforderung, in einem Jahr überhaupt an beiden Rennen teilzunehmen, und ich glaube, dass ich beim Hardrock ein bisschen zu weit gegangen bin. Heute hatte ich nämlich Muskelschmerzen in den Beinen wie noch nie. Ich sollte nicht über meine Schmerzen klagen, schließlich habe ich ja gewonnen. Der Abstieg war aber wirklich nicht schön.“

“"Ich hätte nie erwartet, beide Rennen zu gewinnen, es war wirklich ein besonderes Jahr" ”

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François D'haene

Ultra-Trail-Läufer

D’haene und Jim Walmsley (USA) wollten gemeinsam zumindest bis ins italienische Courmayeur laufen, sollten jedoch beide später für ihren schnellen Start bezahlen: Walmsley musste aufgeben und D’haene kämpfte auf dem größten Teil zurück nach Chamonix mit anhaltenden Schmerzen in den Beinen.

„Jim und ich waren vielleicht ein wenig zu schnell, denn wir haben beide dafür bezahlt“, sagte D’haene. „Ich hab mich sehr gefreut, ein wenig mit Jim zu spielen, denn ich wusste, er hat wirklich viel gegeben. Ich erwartete, auch nachts mit ihm zu laufen, und dachte, er würde das locker meistern. Nach Champex fühlte ich mich besser und besser, von Courmayeur bis La Fouly war es aber ein Albtraum. Selbst beim Abstieg hatte ich Schmerzen in den Beinen. In Courmayeur denkt man dann: „Immer noch 80 km … wow, das ist wirklich noch weit.“ Das Wetter war aber perfekt und so viele Menschen riefen an der Strecke meinen Namen. Natürlich war es auch toll, meine Kinder zu sehen und wie sehr sie sich gefreut haben. Sie haben mir wirklich einen Energie-Boost verpasst.“

Bei seinem zweiten UTMB® hoffte Mathieu Blanchard auf einen Platz in den Top 20. Stattdessen schaffte er es als Dritter aufs Podium, eine gigantische Verbesserung zu seinem 13. Platz im Jahr 2018. Als ehemaliger Straßenlauf-Marathonläufer entwickelte er mit dem Salomon Team Manager Greg Vollet eine ausgereifte Strategie, die sich auszahlte.

„Ich laufe gern an der Spitze des Felds und kontrolliere so das Rennen. Greg und ich haben aber eine Strategie entwickelt, bei der ich an bestimmten Stellen immer eine feste Zeit hinter Francois sein sollte, und das hat wirklich etwas gebracht“, sagte Blanchard. „Nach dem Refuge Bertone in Italien, auf der langen Laufstrecke, habe ich ein paar andere Läufer wie Jim Walmsley überholt, und von da an wuchs mein Selbstvertrauen.“

AUSRÜSTUNG DER GEWINNER

Beim Sieg des UTMB® waren François D’haene und Courtney Dauwalter komplett mit Salomon ausgestattet: Schuhe, Kleidung, Ausrüstung. Francois D’haene lief in einer Prototyp-Version der künftigen S/LAB Ultra Trail Running Schuhe und trug die S/LAB Sense Ultra 8 Laufweste, lange S/LAB Sense Shorts, S/LAB EXO halblange Tights, ein S/LAB Sense T-Shirt, S/LAB NSO Calf Sleeves und eine Salomon Cap. Außerdem mit dabei: eine Salomon Shakedry Jacke und eine anpassbare Salomon Stocktasche für seine Stöcke.

Courtney Dauwalter lief in Salomon S/LAB Ultra 3 Schuhen, einem Sense Shirt, einer S/LAB Sense 8 Laufweste, der Shakedry Jacke, einer winddichten Salomon Jacke und ihren typischen langen Salomon Shorts (von ihren Fans und den Medien werden sie mittlerweile schon „Shortneys“ genannt).