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Tor des Géants: Italiens legendärer alpiner Ultratrail über 330 km

29. Mai 2026
Lesezeit: 6 Min

  • Ort: Aostatal, Italien
  • Distanz: 330 km
  • Höhenmeter: 24.000 m D+
  • Kategorie: Nonstop-Ultratrailrennen
  • Teil von / Rennserie: TORX® eXperience
  • Datum: September
  • Teilnehmende: maximal 1.100

Foto: Marz Merwe

Tor des Géants: Die ultimative Herausforderung

Die Tor des Géants („Tour der Riesen“) wurde 2010 ins Leben gerufen und ist Teil der TORX® eXperience-Serie. Das Nonstop-Ultratrailrennen führt über 330 km durch das Aostatal in Italien und durchkreuzt dabei 34 Gemeinden, überquert 25 Bergpässe und durchläuft zwei Naturparks. Da es keine festgelegten Etappen gibt, müssen die Teilnehmenden ihr Tempo sowie ihre (Schlaf-)Pausen über mehrere Tage hinweg selbst einteilen.

Tor des Géants 2026: Anmeldung und Teilnahme

Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 1.100 Personen begrenzt. Übersteigt die Zahl der Voranmeldungen die verfügbaren Plätze, erfolgt die Auswahl per Losverfahren. Dabei werden auch Quoten nach Herkunftsland berücksichtigt. Das Rennen findet jährlich im September statt. Die Tor des Géants 2026 geht vom 13. bis 19. September über die Bühne, die Siegerehrung folgt am 20. September.

Die Route der Tor des Géants

Die Strecke beginnt und endet in Courmayeur und verläuft gegen den Uhrzeigersinn einmal rund um das Aostatal. Technische Singletrails, felsige Querungen und lange Anstiege im alpinen Gelände prägen das Profil. Einige Abschnitte der Route führen durch den Nationalpark Gran Paradiso und den Naturpark Mont Avic. Dabei wechseln sich Wälder, exponierte Berggrate und gut laufbare Talwege ab, die immer wieder in steile, technisch anspruchsvolle Anstiege übergehen.

Bei insgesamt rund 24.000 zu bewältigenden Höhenmetern erklimmen die Teilnehmer*innen der TOR330 damit fast dreimal den Mount Everest. Verpflegungsstationen und Hilfsposten in Bergdörfern wie Valgrisenche bieten Möglichkeiten zum Energietanken und Ausruhen. Wie lange die Athlet*innen Station machen, entscheiden sie immer selbst.

TOR330: 330 km durch alpines Terrain

Die lange Distanz und der Verzicht auf obligatorische Etappen machen die Tor des Géants zum längsten Nonstop-Ultratrailrennen der Welt. Viele Teilnehmende sind bis zu sechs Tage unterwegs. Bei einigen Anstiegen sind mehr als 1.000 Höhenmeter zu überwinden. Dies kann mehrere Stunden dauern und erfordert eine kontrollierte Pace sowie ein gutes Energiemanagement, um frühzeitiger Ermüdung vorzubeugen. Auch die Abstiege verlangen Konzentration und Trittsicherheit – das technisch anspruchsvolle Gelände lässt wenig Raum für Fehler.

Für die Teilnehmer*innen wird Schlaf zu einem strategischen Faktor. Viele gönnen sich während des gesamten Rennens nur wenige Stunden Ruhe und legen oft nur kurze Pausen an den Verpflegungspunkten ein. Doch Schlafmangel wirkt sich auf Koordination und Entscheidungsfähigkeit aus und erhöht die bereits enorme Herausforderung zusätzlich. Auch das Laufen bei Nacht und im Dunkeln erfordert besondere Vorkehrungen für die Sicherheit auf dem Trail, da die geringere Sicht und kühle Temperaturen die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.

Auch die Höhe – das Rennen findet von etwa 1.000 bis fast 3.300 Meter Höhe statt – spielt eine Rolle: Der reduzierte Sauerstoffgehalt der Luft wirkt sich auf die Effizienz des Herz-Kreislauf-Systems und die Regenerationsfähigkeit aus. Aufgrund der enormen Distanz, der ausgesprochenen Höhenlage und dem Schlafmangel erfordert dieses Rennen der TORX® eXperience-Serie eine enorme physische und mentale Stärke auf dem Trail.

TORX® eXperience: Trail-Serie rund um die Tor des Géants

Die Tor des Géants ist Teil der TORX® eXperience, einer Serie mehrerer Rennen mit unterschiedlicher Länge und Ausrichtung:

  • TOR450 Tor des Glaciers: 450 km durch hochalpine Gletscherlandschaft
  • TOR130 Tot Dret: 130 km: größtenteils identisch mit der zweiten Streckenhälfte der TOR330
  • TOR100 Cervino-Monte Bianco: 100 km zwischen Matterhorn und Mont Blanc
  • TOR30 Passage au Malatrà: 30 km entlang des Schlussabschnitts der Originalroute

Dank der verschiedenen Distanzen und Schwierigkeitsgrade zieht die TORX® eXperience erfahrene Trailrunner*innen aus aller Welt an.

Tor des Géants: Tagelanges Ausdauerrennen

Die Vorbereitung auf einen Ultratrail wie die Tor des Géants geht weit über das Training für klassisches Trailrunning hinaus. Extrem lange Einheiten von zehn bis fünfzehn Stunden im Gebirge sind entscheidend, um sich an Dauer und Belastung zu gewöhnen. Da typische Trainingsläufe selten die tatsächlichen Bedingungen widerspiegeln, kommt es auch auf ein gezieltes Höhentraining an. Durch die langen Anstiege sind Ausdauer- und Intervalltraining ebenfalls essenziell.

Auch die richtige Trailrunning-Ausrüstung hat spürbare Auswirkungen auf die Performance. Für die vielen Laufstunden im alpinen Gelände müssen Trailrunning-Schuhe zuverlässigen Grip und eine angemessene Dämpfung bieten. Da alle Teilnehmenden ihre Ausrüstung sowie Getränke und Verpflegung selbst tragen müssen, kommt es auf jedes Gramm und Detail im Laufrucksack an. In puncto Trailrunning-Bekleidung ist ein durchdachtes Layering ebenfalls unverzichtbar, da sich die Temperaturen in den Bergen rapide ändern können.

Foto: Margaux Lemap

TOR330: Geschichte und Rekorde

Mit einer Finisherquote von gerade einmal 60 % gilt bereits das Erreichen des Ziels als beachtliche Leistung. Franco Collé meisterte dieses Unterfangen bereits mehrfach und hat mit 66 Stunden und 39 Minuten eine der schnellsten Zeiten in der Geschichte des Rennens aufgestellt. Im Jahr 2024 gewann François D’Haene als zweiter Franzose die Tor des Géants und feierte nach zwei von Verletzungen und Rückschlägen gezeichneten Jahren ein bemerkenswertes Comeback.

Bei den Frauen zählt Silvia Trigueros Garrote zu den Athletinnen mit den häufigsten Starts und landete mehrfach auf den Plätzen eins und zwei. Den aktuellen Streckenrekord hält die Deutsche Katharina Hartmuth mit einer Zeit von 79 Stunden und 10 Minuten.

FAQ zur Tor des Géants

Allein die schiere Dauer des Rennens stellt extreme Anforderungen an Körper und Geist. Wer sich dieser Herausforderung stellt, sollte sich im Vorfeld genauestens mit allen Eventualitäten auseinandersetzen.

Gibt es eine Qualifikation für die TOR330?

Eine formale Qualifikation gibt es nicht, aber Erfahrung mit Ultratrails über mehr als 100 Kilometer und erheblichen Höhenmetern sind dringend angeraten. Zudem muss für die Teilnahme ein gültiges sportmedizinisches Attest vorgelegt werden.

Welches Zeitlimit gilt bei der Tor des Géants?

Das offizielle Zeitlimit beträgt 150 Stunden. Zusätzlich gibt es Zeitlimits an wichtigen Kontrollpunkten, um sicherzustellen, dass alle Teilnehmenden im vorgegebenen Zeitfenster unterwegs sind.

Wie schwierig ist die Tor des Géants?

Die Tor des Géants zählt zu den härtesten Ultratrailrennen der Welt. Neben dem Umgang mit Distanz und Höhenmetern ist vor allem die Fähigkeit entscheidend, ein kontrolliertes Renntempo anzuschlagen und sinnvolle Erholungspausen einzulegen.

Tor des Géants: 330 km Disziplin und Durchhaltevermögen

Als längster Nonstop-Ultratrail der Welt besteht die Herausforderung bei der Tor des Géants darin, die lange Distanz, die große Höhe und die fehlenden Etappen in eine geeignete Rennstrategie zu übersetzen, die über mehrere Tage hinweg eine gute Balance zwischen Anstrengung, Erholung und Schlaf bietet. 

Wer die komplette Runde durch das Aostatal meistert und wieder ins Ziel nach Courmayeur zurückkehrt, beweist nicht nur körperliche Stärke, sondern vor allem auch Disziplin, eine solide Vorbereitung und echte Begeisterung fürs Trailrunning.

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