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Wir schreiben das Jahr 2005: Adventure-Schuhe wurden leichter und sollten Schuhdesigner auch nach 20 Jahren noch inspirieren.
Die Geschichte der Salomon Sneaker ist fest in unseren Performance-Schuhen verankert. Als erstes fiel Guillaume Steinmetz, einem der Gründer von The Broken Arm, der sehr technische Snowcross ins Auge –ein Cousin des Speedcross und auf Schnee und Eis ausgelegt. Seitdem erging es Schuhen wie dem XT-6 (ursprünglich für Ultra Trail Running ausgelegt) oder dem RX Moc (für Entspannung nach dem Workout designt) gleich: Wegen ihrer Funktionalität wurden sie bekannt, wegen ihrer einzigartigen, technischen Designs begehrt.
ADVENTURE RACING UND DIE GEBURTSSTUNDE VON „ATHLETIC OUTDOOR“
In den 90er- und frühen 2000er-Jahren erreichte Adventure Racing seinen Höhepunkt und immer mehr Menschen gingen Outdoor-Sportarten mit einem Wettbewerbsgedanken an. Multisport-Events wie der Raid Gauloises und Cross Adventure umfassten alles Mögliche – von Wandern, Kayakfahren und Mountainbiking bis hin zu Schwimmen und sogar Reiten. Hunderte von Abenteurer*innen wollten ihre Outdoor-Skills über mehrere Tage hinweg auf den Prüfstand stellen. In den Jahren 2003 und 2004 fanden mehr als 600 verschiedene Cross Adventure Events statt, was den Outdoor-Sport immer mehr zu einem Wettkampf machte.„Athletic Outdoor“ war geboren und mit ihr eine neue Ästhetik. Vorbei waren die Zeiten der vollbepackten Abenteurer*innen mit groben, hohen Wanderschuhen. Ein Look im Stil von Marathonläufer*innen sollte es sein – leichte, eng anliegende Kleidung (der „Lycra-Style“) und leichtere Schuhe, die zwar noch den gleichen Komfort und Schutz boten, aber nicht mehr beschwerten.
“Schuhe mussten robust und griffig sein, und plötzlich auch leicht und lauffähig. Schnell wurde Salomon zur ultimativen Marke für diese Adventure-Schuhe für jedes Terrain, alle Bedingungen und viele Jahre. ”
Jean-Noël Thevenoud
Head of Softgoods Prototyping
„Schuhe mussten robust und griffig sein, und plötzlich auch leicht und lauffähig“, erinnert sich Jean-Noël Thevenoud, Leiter der Prototyp-Werkstatt bei Salomon. „Schnell wurde Salomon zur ultimativen Marke für diese Adventure-Schuhe für jedes Terrain, alle Bedingungen und viele Jahre.“
Der erste Salomon Schuh für Adventure Racing, der XA Raid Race, kam 2001 auf den Markt. Auf ihn folgte ein Jahr später der XA Pro, bis heute ein beliebter Schuh für Wandern und Trail Running. In diesem Jahr erscheint er in seiner neunten Auflage, und für Freund*innen des urbanen Looks wird außerdem der originale XA Pro neu aufgelegt. „Der Minimalismus war beim Trail Running angekommen – mit Schuhen, die weniger als 300 g wogen und trotzdem mehr als 200 km zurücklegen konnten“, erklärt Frédéric Crétinon, Manager of Footwear R&D.
Adventure Racing war allerdings immer noch ein Nischensport, für den viel Ausrüstung nötig war und der hauptsächlich von gesponserten Athlet*innen ausgeübt wurde. „Wir fragten uns: Was ist die zugänglichste Sportart beim Adventure Racing, die man am einfachsten ausüben kann und für die man nur wenig Ausrüstung braucht? Die Antwort war klar: Zum Laufen braucht es nur ein gutes Paar Schuhe“, so Jean-Luc Diard, Salomon CEO von 1998 bis 2007.
“Wir fragten uns: Was ist die zugänglichste Sportart beim Adventure Racing, die man am einfachsten ausüben kann und für die man nur wenig Ausrüstung braucht? Die Antwort war klar: Zum Laufen braucht es nur ein gutes Paar Schuhe. ”
Jean-Luc Diard
Salomon CEO von 1998 bis 2007
DAS „GROUND CONTROL SYSTEM“ ODER KURZ: DAS GCS
Genau zu dieser Zeit, in der sich leichte, lauffähige Schuhe wie in Lichtgeschwindigkeit entwickelten, kam 2005 der GCS Pro auf den Markt. Er war das Ergebnis einer achtjährigen, rasanten Expansion von Salomon Footwear, angetrieben durch die damalige Führung von Adidas. Es waren die technischen Eigenschaften, die den GCS so beliebt machten: eine verbesserte Dämpfung dank des Ground Control Systems (eine Adidas-Technologie, die dem Schuh seinen Namen gab), großartige Atmungsaktivität aufgrund des Mesh-Materials und ein solider Grip, der das Laufen in allen Bedingungen ermöglichte. Richtig besonders wurde der Schuh aber durch sein radikales Design, entstanden durch die Kreativität von Designer Christian Tresser.„Adventure Racing/Trail war auf jeden Fall die Inspiration für den GCS sowie das Feedback und die Einblicke von Salomon Athlet*innen“, erklärt Christian. „Damals gab es von Adidas einen Trail Running Schuh. Ich betrachtete frühere Technologien und Features des Obermaterials und ein paar Details von Salomons existierender Technologie der letzten Trail Running Schuhe.“
“Bei neuen Designs höre ich zuerst auf meine innere Stimme und greife auf meine Erfahrungen zurück. Die Metallösen des GCS waren inspiriert von der Form eines Motorradbenzintanks aus Metall. Mein Vater und mein Bruder waren Motorradrennfahrer und mein Vater hatte eine Werkstatt, in der ich arbeitete. ”
Christian Tresser
Adidas Footwear Designer
„Ich versuche immer, das Endziel eines Designs vor meinen Augen zu sehen, um die gesamte Geschichte zu verstehen. Ich folge keinen Trends, anderen Künstler*innen oder Designer*innen. Bei neuen Designs höre ich zuerst auf meine innere Stimme und vertraue auf mein Bauchgefühl, das entsteht, nachdem ich die Vision eines Projekts verstanden habe. Dann greife ich auf meine Erfahrungen zurück – von der Kunstschule, früheren Jobs oder meiner Arbeit für andere Marken – und auf die vorhandenen Ressourcen und den Zeitplan des Projekts. Die Metallösen des GCS waren inspiriert von der Form eines Motorradbenzintanks aus Metall. Mein Vater und mein Bruder waren Motorradrennfahrer und mein Vater hatte eine Werkstatt, in der ich arbeitete, besonders während meiner Zeit an der Kunstakademie. Die „Korb“-Umhüllung am Mittelfuß sollte wie ein „Brustkorb“ aussehen, was für Atmung und Atmungsaktivität steht.“Der Schuh galt als Salomons „ultimativer Laufschuh für Off-Trail-Athlet*innen auf der Suche nach Stabilität, Komfort und Stoßabsorption“. 2005 beschrieb ihn das Outside Magazine als „einen der stabilsten Schuhe, in denen wir je gelaufen sind“ und im gleichen Jahr gewann er den Backpacker Editor’s Choice Award.„Ich bin sehr dankbar für die Menschen, die meiner Vision und meinem Prozess damals vertrauten, als ich mir den „Weg“ durch die Entwicklung dieses Adventure-Schuhs bahnte“, verrät Christian. „Zu wissen, dass mir Vertrauen geschenkt wurde und man an mich glaubte, war und ist für mich immer noch der beste erste Schritt zu einem neuen Design.“
INSPIRATION IM GESTERN FINDEN, UM DAS MORGEN ZU FORMEN
Wegen ihrer technischen Eigenschaften wurden Salomon Schuhe dann auch erstmals im urbanen Umfeld genutzt: der Komfort und die Passform dank der SensiFit-Technologie, der Grip der Contagrip-Außensohle und die Stabilität durch die Chassis-Technologie. Der radikale, fast aggressive Look des XT-6 war aber auch einer der Gründe, warum dieser Schuh den Sprung von den Trails rund um Chamonix auf die Laufstege von Mailand, Paris und New York schaffte.Das Sportstyle-Team wollte legendäre Silhouetten wieder zum Leben erwecken und fand in der „Athletic Outdoor“ Ära der frühen 2000er-Jahre ein paar passende Modelle. Der XA Raid Wind erhielt ein Update, der legendäre Speedcross wurde im Rahmen von Kollaborationen (AVNIER, Palace, BBS, CDG, Ranra, District Vision, MM6) neu aufgelegt und die Sneaker XT-4 und XT-6, zwei Variationen des gleichnamigen Ultra Trail Running Schuhs, zählen heute zu Salomons Bestsellern.
“In den Archiven von Salomon lässt sich unsere Geschichte zurückverfolgen. Sie zeigen aber auch den gleichbleibenden Fokus auf Design und Ästhetik, der schon in den 2000er-Jahren vorhanden war. Das verleiht unseren Sneakern nicht nur Glaubwürdigkeit, sondern untermauert auch ihre Daseinsberechtigung! ”
Maïna Souviron
Product Line Manager for Salomon Sportstyle
„In den Archiven von Salomon lässt sich unsere Geschichte zurückverfolgen. Sie zeigen aber auch den gleichbleibenden Fokus auf Design und Ästhetik, der schon in den 2000er-Jahren vorhanden war“, erklärt Maïna Souviron, Product Line Manager für Salomon Sportstyle. „Das verleiht unseren Sneakern nicht nur Glaubwürdigkeit, sondern untermauert auch ihre Daseinsberechtigung. Den XA Raid Race als Raid Wind neu zu interpretieren, war eine Hommage an diese Zeit des Adventure Racing. Der XA Pro 1 und XT Quest erinnern an die Backpacking-Facette und robuste Seite der Marke.“Dann kam der ACS Pro ADVANCED. Wir wollten damit einen ganz anderen Sneaker kreieren, der das Potenzial hatte, sein „eigener Herr“ zu werden.„Wir wollten eine aggressivere Silhouette, etwas anderes als den traditionellen Salomon Trail Running Look. Der GCS hatte bestimmte Features wie ein Mesh-Material und Ziernähte, eine andere SensiFit-Technologie mit einer vorgeformten TPU-Konstruktion. Außerdem strahlte er einen Retro-Vibe aus, der uns sehr gefiel“, erklärt Maïna.Als Teil der hochgelobten Kollaboration mit L’Art de L’Automobile, die sich von japanischen Motorrädern inspirieren ließ, gab es den ACS Pro in zwei bunten Statement-Farben. Er „[Arthur] packte wirklich verrückte Farben und clevere Inspirationen aus und mixte sie, ohne dabei das zu verändern, was das Ganze überhaupt erst so cool machte“, erklärt Bryan Diaz, Bewunderer der Schuhe und der Kollaboration.
15 Jahre liegen zwischen der Entstehung des GCS und der Entstehung des ACS Pro. Salomon wollte aber nicht weitere 15 Jahre warten, um dem ACS Pro ein Update zu verpassen. Kurz darauf erschien der ACS+, eine moderne Version des ACS, der außerdem zugänglicher sein sollte.