Hoch hinaus – mit Maxime Pinot
Seit ein paar Monaten gehört einer der besten Hike & Fly-Athleten der Welt zur Salomon-Familie. Hike & Fly kombiniert Wandern und Gleitschirmfliegen und ist in der breiten Öffentlichkeit noch relativ unbekannt. In diesem einzigartigen Porträt blickt Maxime auf seine Anfänge zurück, auf seine Karriere, sein Training... und auf seinen Traum, den schwierigsten Wettkampf der Welt zu gewinnen: die Red Bull X-Alps 2023, bei dem die gesamten Alpen überquert werden. Es werden möglichst viele Kilometer geflogen und der Rest zu Fuß zurückgelegt – insgesamt über 1000 km.
Wir möchten dir Maxime vorstellen, einen der besten Paraglider der Welt
Möchtest du dich kurz vorstellen? Mein Name ist Maxime Pinot und ich bin 30 Jahre alt. Ich befasse mich schon sehr lange mit dem Paragliding ... Mit 8 Jahren habe ich mit dem Tandemfliegen begonnen und mit 13 flog ich das erste Mal alleine. Heute unterrichte ich Paragliding und bin als Hike & Fly-Athlet aktiv. Zurzeit bereite ich mich auf das legendäre Rennen Red Bull X-Alps vor, das im Juni 2023 stattfinden wird. Das nimmt momentan den größten Teil meiner Zeit in Anspruch.
Wie bist du zum Paragliding gekommen? Ich entdeckte das Paragliding, als ich 8 Jahre alt war – dank meines Vaters, der damals auch schon viel geflogen ist. Ich durchlief dann die vom französischen Verband eingerichteten, gut strukturierten Ausbildungsstufen, um dann die Spitzenklasse zu erreichen: Pole Espoir, Pole France und schließlich Team France.
Möchtest du uns mehr über deine Erfolge erzählen? Ich habe 2014 den Weltcup gewonnen, wurde Zweiter bei der Europameisterschaft und Erster bei der Team-Europameisterschaft dieses Jahr (2022). Bei den Red Bull X-Alps 2019 und beim X-Pyr (Überquerung der Pyrenäen) 2018 und 2022 belegte ich ebenfalls den zweiten Platz.
Kommen wir noch einmal zurück auf deinen Traum, die Red Bull X-Alps zu gewinnen ... Wie bereitest du dich auf diese Art von Wettbewerb vor? Die Vorbereitung hört eigentlich nie auf! (lacht). Es handelt sich um einen Wettbewerb, der alle 2 Jahre stattfindet. Um mich bestmöglich darauf vorzubereiten, absolviere ich Trainingszyklen von 8 bis 9 Monate, von denen ich einen Teil mit dem Fliegen verbringe und den Rest mit Trainingseinheiten, in denen ich verschiedene Sportarten kombiniere, mit denen Salomon vertraut ist: Laufen, Trail Running, viel Skilanglauf im Winter (1500 km im letzten Winter), Skitouren und von Zeit zu Zeit ein bisschen Radfahren. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich um eine sehr vielseitige Vorbereitung handelt, die fast 1000 Trainingsstunden umfasst. Diese verteilen sich zu gleichen Teilen auf das Fliegen und die körperliche Vorbereitung.
Wie sieht ein durchschnittlicher Tag während der Red Bull X-Alps in Bezug auf den körperlichen Einsatz aus? Bei den letzten Red Bull X-Alps 2021 waren durchschnittlich 48 km mit 3300 m Höhenunterschied zu bewältigen. Die Wanderung begann um 5 Uhr morgens und endete gegen 22:30 Uhr. Wenn die Flugbedingungen ungünstig sind, werden etwa 90 bis 100 km mit einem 7-Kilo-Rucksack zurückgelegt. Die Tage können sich in solchen Fällen endlos anfühlen. Wir gehen selten vor Mitternacht ins Bett und stehen gegen 4:30 Uhr wieder auf, sodass uns zwischen den einzelnen Tagen nur sehr wenig Zeit zur Erholung bleibt.
Die Hike & Fly-Erfahrungen eines Profis
Welche Tipps hast du, um einen guten Start hinzulegen? Mein Rat ist, mit dem Besuch einer Paragliding-Schule zu beginnen. Wir haben in Frankreich das Glück, hervorragende Schulen zu haben. Wenn man sich verbessern will, sollte man nicht versuchen, Schritte zu überspringen oder sich zu schnell zu steigern. Zunächst sollte man sich gemeinsam mit den Ausbildern eine solide Grundlage für die wichtigsten Elemente schaffen: Start, Landung und Sicherheit. Dann ist es sehr wichtig, sich für das Wetter, die Aerologie usw. zu interessieren. All diese Kenntnisse sorgen für Sicherheit während der gesamten praktischen Ausbildung. Danach ist es möglich, relativ schnell allein an bestimmten Orten zu fliegen. Aber nur bei günstigen Bedingungen, um das Gelernte immer wieder zu wiederholen.
Wer hat dich in diesem Sport – oder auch außerhalb davon – am meisten inspiriert? Da gibt es einige in dieser Disziplin ... Ich würde sagen, Charles Cazaux, Mitglied der französischen Nationalmannschaft und ein großer Athlet in unserem Sport. Ich habe auch viele Vorbilder in anderen Sportarten. Ich bewundere Athleten, die an die Grenzen ihrer Sportarten gegangen sind und sie vorangebracht haben, wie zum Beispiel der Biathlet Martin Fourcade.
Hältst du eine bestimmte Ernährung ein? Nein, das Wichtigste ist eine ausgewogene Ernährung. Meine Ernährung ist hauptsächlich kohlenhydratreich. Ich habe gelernt, wie ich mich während des Trainings mit Nährstoffen versorgen kann (Sportgetränke, Riegel, Gels), um größere Ausfälle während des Rennens zu vermeiden. Unsere Ernährungsrichtlinien sind denen für das Trail Running eigentlich recht ähnlich.
Welche Eigenschaften sind für die Ausübung dieser Sportart entscheidend? Damit du Erfolg hast, musst du vielseitig sein und eine gute Balance zwischen körperlicher Fitness und Flugtechnik mitbringen. Wenn du leicht außer Form bist, können deine Flugfähigkeiten das ausgleichen. Eine gute körperliche Verfassung wiederum kann bestimmte technische Fehler während des Flugs wettmachen.
Eintritt in die Salomon-Familie
Warum hast du dich entschieden, mit Salomon zu kooperieren? Vincent (Vincent Thomas, Outdoor Product Line Manager) kontaktierte mich über einen Freund meiner Freundin. Wir sprachen über eine Stunde lang darüber, wie der ideale Schuh für die Red Bull X-Alps aussehen sollte. So kamen wir ins Gespräch. Mir gefiel die Idee, die Erfahrungen der Athleten einzuholen. Ein gutes Gefühl erledigte dann den Rest.
Welches Salomon-Modell empfiehlst du fürs Training? Ich mag es, je nach Training verschiedene Schuhtypen zu verwenden. Für Flat Sessions benutze ich oft den Phantasm – ein toller und superleichter Schuh mit ausgezeichneter Energierückführung. Wenn ich Trails laufe, die nicht allzu technisch sind, bevorzuge ich den S/LAB Pulsar. Er gefällt mir sehr gut. Es fühlt sich an, als hätte ich nichts an den Füßen – ein hervorragender Schuh, den ich sehr empfehlen kann.
Entspanntes Interview
Was ist deine schönste Erinnerung an das Paragliding? Ich habe sehr viele schöne Erinnerungen. Aber ich würde sagen, dass die besten Erinnerungen aus der Zeit stammen, als ich an Wettkämpfen teilgenommen habe. Wenn man das ganze Jahr über hart trainiert und der Plan, den man sich zurechtgelegt hat, am Ende im Wettkampf aufgeht, ist man richtig zufrieden. Bei den Red Bull X-Alps 2019 haben wir die Alpen von Salzburg bis nach Monaco überquert. Als ich am südlichen Ende der Alpen ankam und das Meer sah, nachdem ich von Österreich aus mehr als 1000 km entfernt gestartet war, wurde mir bewusst, wie verrückt das eigentlich ist. Ich hatte die Strecke mit nichts als einem Gleitschirm und der Kraft meiner Beine geschafft.
Was ist dein Lieblingsort zum Fliegen? Am liebsten fliege ich dort, wo ich herkomme – am Mont Vélan in den Bauges, in der Nähe des Sambuy. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf den See von Annecy.
Was sind die optimalen Bedingungen fürs Paragliding? Zu den optimalen Bedingungen gehören ein leichter Nordwind, der die richtige Luftmasse erzeugt, in der die Aufwinde sehr gut sind, sowie kleine Kumuluswolken, weil sie ein Zeichen für Aufwinde sind ... und natürlich strahlender Sonnenschein! Im Frühling und Frühsommer kann man bei diesen Bedingungen am längsten fliegen. Ich war schon bis zu 12 Stunden in der Luft!
Und hast du besondere Musikempfehlungen fürs Hike & Fly? Während ich in der Luft bin, höre ich überhaupt keine Musik. Man muss stets konzentriert sein und auf viele Dinge achten. Bei langen Trainingseinheiten mit leichter Belastung höre ich hingegen oft Filmsoundtracks. Besonders gut gefällt mir Jon Hopkins, der elektronische Musik macht.
Folge Maximes Vorbereitungen und sein tägliches Leben auf seinem Instagram-Account: Maxime Pinot (@max_pinot)!