Über die Kunst und Fertigkeit der Schuhgestaltung: ein Gespräch mit Farbdesignerin Edenlys Beylard
Gerade einmal 40 km von Annecy in den französischen Alpen geboren und aufgewachsen, lebte Edenlys Beylard ihre Passion für Geschichte und Design schon in jungen Jahren aus. Sie war fasziniert davon, welchen Einfluss Objekte und Kleidung auf eine Kultur und die Zivilisation haben, und so entschied sie sich als Jugendliche dafür, in Genf die Kreation von Schnittmustern zu erlernen. Um noch tiefer in den Designprozess und die Gestaltung einzutauchen, nahm sie ein Studium an der Modeschule École de la Chambre Syndicale de la Couture Parisienne auf (heute bekannt als IFM – Institut Français de la Mode), das sie mit einem MA in Modedesign mit Schwerpunkt Accessoires abschloss. Schon während ihres Studiums entdeckte sie die Welt der Schuhe mit ihrer ganzen Komplexität und Faszination für sich und machte das Schuhdesign zu ihrem Spezialgebiet. Bei Salomon stieg sie zunächst im Bereich Performance ein und wechselte später zu Sportstyle Produkten.
“Es braucht Fingerspitzengefühl, um Innovationen mit den Erwartungen des Marktes unter einen Hut zu bringen. Auch die Beschaffung des richtigen Materials für unsere Nachhaltigkeitsziele – ohne Abstriche bei Qualität oder Performance – ist immer eine Herausforderung.”

Edenlys Beylard
Designer Farbe
S: Kannst du uns deinen Designprozess etwas näherbringen? Wie gehst du an ein neues Projekt heran?
EB: Ich beginne mit der Bilderrecherche in Büchern, Magazinen oder dem Internet und teile die Ergebnisse mit dem erweiterten Team, u. a. dem Marketing, Materialentwicklern und Projektmanagern, um die Richtung für das Design zu bestimmen. So sind alle Beteiligten gleich von Anfang an mit im Boot. Davon ausgehend sammle ich Materialien und mache mir Gedanken über eine farbliche Tendenz, die mit unserer allgemeinen CFM-Strategie für Schuhe übereinstimmt. Ich berücksichtige auch die neuesten Trends und die Möglichkeiten, sie in unsere Designs einfließen zu lassen. Die Kommunikation mit dem Team halte ich dabei permanent aufrecht, um das Design nach Bedarf zu verfeinern und anzupassen, damit das Endprodukt sowohl den ästhetischen als auch den funktionellen Anforderungen entspricht.
S: Was sind die größten Herausforderungen für dich im Designprozess?
EB: Die größte Herausforderung beim Farbdesign besteht darin, das projektspezifische Storytelling mit den Anforderungen der Verbraucher und der kreativen Ausrichtung abzustimmen. Entscheidend ist, dass das Produkt bei der Zielgruppe gut ankommt und das Design gleichzeitig zukunftsweisend ist. Es braucht Fingerspitzengefühl, um Innovationen mit den Erwartungen des Marktes unter einen Hut zu bringen. Auch die Beschaffung des richtigen Materials für unsere Nachhaltigkeitsziele – ohne Abstriche bei Qualität oder Performance – ist immer eine Herausforderung. Wir arbeiten ständig darauf hin, umweltfreundliche Materialien zu verwenden. Sie müssen aber auch robust genug für die hohe Beanspruchung bei Outdoor-Aktivitäten sein. Damit wir dabei die perfekte Balance finden, müssen wir laufend forschen und testen.
S: Kannst du uns etwas über die Entwicklung des Phantasm Made in France erzählen? Was ist das Besondere an diesem Projekt?
EB: Das ist eines meiner Herzensprojekte der jüngsten Zeit. Abgesehen vom Design war auch die Zusammenarbeit rund um das Projekt fantastisch. Wir erreichten eine tolle Synergie mit dem Produktdesigner Paul Veillerette und dem industriellen Team, ASF sowie dem Materialbereich, um Grenzen zu verschieben und einen Performance-Schuh „Made in France“ zu entwickeln, der strapazierfähig ist und toll aussieht. Der Phantasm Made in France ist ein besonderes Projekt, das unser Engagement für die lokale Produktion und Nachhaltigkeit verkörpert. Da der Schuh in Frankreich hergestellt wird, konnten wir unseren CO2-Fußabdruck reduzieren und die hiesige Industrie unterstützen. Das Projekt gab uns auch die Möglichkeit, mit neuen Materialien und Verfahren zu experimentieren. Das Resultat war ein High-Performance-Schuh, der auf dem Markt heraussticht.
S: Was war bisher dein Lieblingsprojekt und warum?
EB: Es machte mir sehr viel Spaß, in meiner ersten Saison mit dem Roadrunning-Team an der Kollektion für FW24 zu arbeiten. Mein beruflicher Hintergrund war bis dahin der Lifestylebereich und nun ich hatte zum ersten Mal mit Performance-Schuhen zu tun. Das eröffnete mir ein ganz neues Spielfeld. Dieses Projekt war besonders spannend, weil ich dabei meine Design-Fertigkeiten in einem neuen Kontext einbringen und viel über die besonderen Anforderungen im Leistungssport lernen konnte. Die Zusammenarbeit im Team war wahnsinnig bereichernd, und es hat mich unglaublich stolz gemacht, das endgültige Produkt bei Läuferinnen und Läufern im Einsatz zu sehen. Das war eine großartige Lernerfahrung, bei der ich sehr viel über das Schuhdesign und dessen Auswirkungen auf die sportliche Leistung erfuhr.
“Unvergesslich bleibt mir der Moment, als ein Profisportler in seinem Feedback den Komfort und die Performance der Schuhe lobte. Allein dafür hat sich die ganze harte Arbeit und unsere Detailversessenheit gelohnt. ”

Edenlys Beylard
Designer Farbe
S: Kannst du uns an unvergesslichen Momenten oder Durchbrüchen bei diesem Projekt teilhaben lassen
EB: Immer wenn ich irgendwo die Kampagne sah oder bei Rennen jemanden mit dem Schuh am Start entdeckte, war das wie Weihnachten für mich. Letztendlich stecken wir deshalb so viel Energie in unsere Schuhe, damit Menschen mit ihnen draußen die Natur genießen können. Unvergesslich bleibt mir der Moment, als ein Profisportler in seinem Feedback den Komfort und die Performance der Schuhe lobte. Allein dafür hat sich die ganze harte Arbeit und unsere Detailversessenheit gelohnt. Ein weiterer Durchbruch war die Entwicklung von neuem Material, durch das sich das Gewicht des Schuhs erheblich reduzierte, ohne die Haltbarkeit zu beeinträchtigen. Diese Innovation war ein Gamechanger und unterstrich, wie wichtig die ständige Verbesserung und das Experimentieren beim Design ist.
“Die Zukunft der Salomon Schuhe liegt in der Innovation – beim Design wie bei der Nachhaltigkeit. Nur so können wir den immer neuen Bedürfnissen unserer Kunden gerecht werden. ”

Edenlys Beylard
Designer Farbe
S: Welche spannenden Entwicklungen oder Trends rund um die Schuhe von Salomon erwartest du für die Zukunft?
EB: Aktuell arbeite ich an Lifestyle-Produkten und finde es spannend, wie diese Kategorie wächst. Immer mehr junge Leute finden daran Gefallen, entdecken Outdoor-Aktivitäten für sich und möchten die Natur erleben. Diese Entwicklung führt dazu, dass wir Designs entwerfen, die nicht nur funktionell, sondern auch stylisch sind und dadurch noch mehr Menschen ansprechen. Wir legen außerdem immer mehr Gewicht auf Nachhaltigkeit und probieren neue Materialien und Prozesse aus, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern. Die Zukunft der Salomon Schuhe liegt in der Innovation – beim Design wie bei der Nachhaltigkeit. Nur so können wir den immer neuen Bedürfnissen unserer Kunden gerecht werden.
Durch ihre innovativen Designs und die Zusammenarbeit im Team verschiebt Edenlys Beylard die Grenzen im Schuhdesign bei Salomon kontinuierlich. Ihr Engagement für die richtige Balance zwischen Ästhetik und Funktionalität und ihr Einsatz für Nachhaltigkeit sorgen dafür, dass ihre Kreationen bei vielen Kunden Anklang finden. Im Hinblick auf die Zukunft freut sich Edenlys über das zunehmende Interesse an Lifestyle-Produkten und das Potenzial für weitere Innovationen in diesem Bereich.