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Drew Petersen und sein Film über Mental Health

28. Jän. 2022
Lesezeit: 3 Min

In seinen ganz eigenen Worten erzählt Petersen in „Ups and Downs“ von seinem Kampf mit psychischen Problem und vergleicht die Erfahrung mit den Bergen und Tälern einer Skitour

“Ich fühle mich wieder mehr wie ich selbst, weil ich meine Geschichte erzählt habe. Es ist ein unglaublich befreiendes Gefühl. ”

DREW

Drew Petersen

Skifahrer*innen

Ups and Downs ist ein Film des Salomon Freeski-Athleten Drew Petersen und erzählt seine persönliche Geschichte von den Höhen und Tiefen einer posttraumatischen Belastungsstörung, einer bipolaren Störung, Hirnverletzungen, Depressionen und Selbstmordgedanken. Er handelt aber auch davon, wie Drew das Licht am Ende des Tunnels wieder sehen und seinen Zustand verbessern konnte, indem er sich Hilfe holte. Durch die Brille von Skitouren betrachtet er in „Ups and Downs“ die letzten Jahre nach seinem Unfall in den Bergen und seinen Prozess der Heilung und erkennt, dass ihn all das sein Leben lang begleiten wird.

„Beim Dreh von „Ups and Downs“ bin ich so tief in meine eigene Geschichte eingetaucht, dass ich einen Teil der übergeordneten Aspekte meiner Reise besser verarbeiten konnte“, erklärt Petersen. „Was aber noch viel wichtiger ist: Ich fühle mich wieder mehr wie ich selbst, seit ich meine Geschichte mit der Welt geteilt habe. Bevor ich offen über meine psychischen Probleme gesprochen habe, hat es sich so angefühlt, als müsste ich diese Seite von mir vor der Öffentlichkeit fern halten. Dieses Bild von mir so lange aufrechtzuerhalten war anstrengend. Erst im letzten Jahr, als ich langsam mehr von mir selbst preisgab, fühlte ich mich unheimlich befreit. Einfach ausgedrückt: Ich fühle mich wieder mehr wie ich selbst.“

Seine eigene Geschichte zu erzählen ist eine zutiefst persönliche und verletzliche Sache und bricht mit den Geschichten, die den Skisport sonst prägen. Jahrelang hatte Petersen das Gefühl, seine Erfahrungen und Gedanken für sich behalten zu müssen und hatte Angst, als schwach angesehen zu werden, wenn er nicht selbst mit ihnen fertig würde. Heute ist er zuversichtlich, dass seine Geschichte und die Kraft, um Hilfe zu bitten, anderen dabei helfen werden, leichter über psychische Probleme zu sprechen.

„Dieser Film ist Teil von etwas viel Größerem. Es geht darum, unseren Umgang rund ums Thema Mental Health zu verändern – besonders in der Ski- und Outdoorwelt und in den Bergstädten“, erklärt Petersen. „Als es mir schlecht ging, wäre eine Story wie meine für mich wie ein Leuchtstreif am Horizont gewesen, ein Survival Guide und ein Hoffnungsschimmer, als ich ihn am dringendsten brauchte. Die Tatsache, dass meine Geschichte für andere jetzt genau dieser Hoffnungsschimmer sein kann, motiviert mich dazu, meine Geschichte öffentlich zu erzählen. Hätte ich als kleiner Junge einen meiner liebsten Ski-Profis offen über Mental Health sprechen hören, wäre mein ganzes Leben sicherlich anders verlaufen. Deshalb erzähle ich jetzt meine Geschichte. Mit der Zeit habe ich immer mehr erkannt, dass es so viele Menschen gibt, die bereit für dieses Gespräch sind und es sich auch wünschen. Ich glaube fest daran, dass ein kultureller Wandel erst dann stattfinden kann, wenn wir uns verletzbar machen und unsere eigene Geschichte und unser wahres Ich preisgeben.“

Petersens Film feierte beim Vancouver International Mountain Film Festival Premiere und war auch Teil der Salomon Quality Ski Time Film Tour in den USA, die Petersen produzierte und managte. Wo er mit „Ups and Downs“ auch auftauchte, erlebte er eine überwältigende Welle der Unterstützung und bei den meisten Shows der Filmtour sogar Standing Ovations.

„Dadurch, dass ich den Film bei der QST Film Tour zeigte, konnte ich ein Live-Publikum erreichen und sehen, wie es auf meinen Film und meine Geschichte reagierte, und das war großartig“, so Drew. „Jedes Mal hatte ich Tränen in den Augen. Nie vergessen werde ich aber die persönlichen Gespräche mit anderen, die der Film erreichte – von kräftigen, bärtigen Männern bis hin zu Müttern und sogar kleinen Kindern. Zu sehen, welchen Einfluss der Film auf andere Menschen hat, zeigt mir, dass er und die offene Kommunikation über dieses Thema unglaublich kraftvoll sein können.“

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