Skilanglauf für Neulinge: die Wahl der passenden Ski
Die Wahl der passenden Ski ist für ein schönes Langlauferlebnis sehr wichtig. Das gilt besonders für Neulinge. Mit der passenden Ausrüstung kannst du deine Technik weiterentwickeln und schnelle Fortschritte erzielen. Schlechte Ausrüstung führt hingegen zu Frust. Bei der Wahl der richtigen Langlaufski spielen mehrere Faktoren eine Rolle, darunter deine Körpergröße, dein Gewicht, das bevorzugte Gelände und deine Skitechnik.
Skilänge und Bindungen
Bei der Auswahl von Langlaufski ist die richtige Länge ein wichtiger Faktor für Balance und Kontrolle. Im Gegensatz zu Alpinski, die meist rein nach Körpergröße bemessen werden, ist beim Langlauf auch das Körpergewicht ein entscheidender Faktor. Ungeachtet dessen sollten Ski für den klassischen Stil etwa deine Körpergröße plus 20 bis 30 Zentimeter messen, wobei Neulinge eher zu einer kürzeren Variante tendieren. Beim Skating sind die Ski etwa 10 bis 15 Zentimeter länger als deine Körpergröße. Neulinge wählen meist nur 8 Zentimeter mehr, um so den Einstieg zu erleichtern.
Dein Körpergewicht hat also ebenfalls Einfluss auf die optimale Länge und Steifigkeit deiner Ski. Bist du im Verhältnis zu deiner Größe eher schwer, empfehlen sich längere oder steifere Ski. Bist du hingegen leichter, sind kürzere oder flexiblere Ski meist besser geeignet. Beachte außerdem, dass Skating-Ski etwas kürzer als klassische Ski sein sollten (10 bis 15 cm Unterschied).
Bindungen sind ein weiterer wichtiger Bestandteil der Ausrüstung. Sie sind das entscheidende Bindeglied zwischen deinen Skischuhen und den Ski. Es gibt verschiedene Bindungssysteme. Für Neulinge eignen sich verstellbare Bindungen, da du sie für mehr Wendigkeit nach vorne und für einen besseren Gleiteffekt nach hinten verschieben kannst.
Passende Langlaufski für Neulinge
Wenn du mit dem Skilanglauf erst anfängst, hängt die Wahl des Skityps von deinem bevorzugten Stil und vom Gelände ab. Klassische Ski mit Schuppen oder Posigrip-Belag sind ideal für Einsteiger*innen, da ihre Konstruktion die Kick- und Gleitbewegung der Ski fördert. Diese Modelle sind relativ lang und schmal, meist 40–50 mm breit, haben ein geringes Gewicht und weisen einen deutlichen Camber (d. h. eine Wölbung in der Mitte) auf. Diese Ski sind für präparierte Loipen gedacht. Einsteigermodelle sind oft etwas kürzer, was für mehr Wendigkeit und Kontrolle sorgt. Klassische Langlaufski sind die ideal Wahl, wenn du dich genussvoll in der freien Natur bewegen willst, ohne groß auf das Tempo zu achten.
Skating-Ski können reizvoll für dich sein, wenn du einen etwas dynamischeren Stil bevorzugst. Diese Ski sind kürzer als klassische Langlaufski und gehen meist 10–15 Zentimeter über deine Körpergröße hinaus. Sie sind steifer, um die Energierückgabe zu fördern. Diese Modelle sind für präparierte, glatte Flächen, jedoch nicht speziell für Loipen konzipiert. Skaten erfordert mehr Stabilität und Bewegungsdynamik als der klassische Stil. Die seitlichen Ski-Bewegungen ähnelt dem Eislaufen (daher auch der Name). Die Technik braucht etwas Zeit zum Erlernen, doch dieser Stil ist eine spannende und lohnende Option für alle, die leistungsorientierter unterwegs sein wollen.
Backcountry-Ski sind hingegen für Abenteuer auf unpräparierten Trails und im abwechslungsreichen Gelände gemacht. Diese Ski sind an der Spitze etwas breiter (zwischen 51 und 80 mm) und besitzen Metallkanten für besseren Grip auf harten oder steilen Untergründen. Für Neulinge auf der Suche nach mehr Freiheit sind Backcountry-Ski mit einer Breite zwischen 59 mm und 65 mm ideal. Diese Ski bieten mehr Stabilität und Auftrieb im lockeren Schnee. Auf präparierten Loipen können sie sich indes schwerer und weniger effizient anfühlen.
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Weitere Typen von Langlaufski
Schupppenski: Diese Ski besitzen eine texturierte Lauffläche, die auf dem Schnee haftet, sodass kein Steigwachs nötig ist. Sie sind ideal für Neulinge, da sie bei vielen Schneebedingungen performen und nur wenig Pflege brauchen.Fellski: Fellski haben in der Abdruckzone unter der Bindung einen Streifen aus Mohair- oder Synthetikmaterial, das für Grip sorgt. Sie lassen sich ähnlich wie Schuppenski einfach nutzen, können durch den höheren Reibungswiderstand allerdings etwas langsamer wirken.Wachsbare Ski: Wachsbare Ski erfordern die Behandlung mit verschiedenen Wachsen. So fördert Steigwachs unter der Abdruckzone das Vorankommen beim Kicken, während Gleitwachs auf der Lauffläche das Gleiten unterstützt. Diese Modelle bieten die beste Performance – richtiges Wachsen vorausgesetzt. Sie verlangen aber auch mehr Geschick und Pflege. Neulinge bevorzugen daher eher wachsfreie Modelle.
Die Wahl der richtigen Ausrüstung
Skischuhe: Wähle bequeme Skischuhe mit dem nötigen Halt, die für Einsteiger*innen geeignet und entsprechend gekennzeichnet sind. Achte darauf, dass sie zu deinen Bindungen passen und deine Füße warm halten.Skistöcke: Wähle Stöcke passend zu deinem Skistil. Für den klassischen Stil sollten sie etwa 84 % deiner Körpergröße haben, beim Skaten etwa 89 %. Neulinge tun sich mit etwas kürzeren Stöcke anfangs meist leichter.
Neue oder gebrauchte Ski?
Gebrauchte Ski sind zwar günstiger, doch neue Ski sind für Einsteiger*innen besser geeignet. Sie passen gut, haben moderne Technologien und machen einfach mehr Spaß, sodass dir das Lernen leichter fällt. Unterdessen kann gebrauchte Ausrüstung versteckte Verschleißerscheinungen oder Schäden aufweisen. Wenn dein Budget knapp bemessen ist, leih dir lieber Ski aus, bevor du in den Kauf investierst.
Merkmale von Langlaufski
Camber: Camber (auch positive Vorspannung genannt) bezeichnet die Aufwärtswölbung des Skis. Klassische Ski haben einen doppelten Camber für einen guten Gleiteffekt und mehr Grip. Neulinge profitieren von einem moderaten Camber.
Flex: Der Flex gibt an, wie steif der Vorspann eines Skis ist. Ein weicherer Flex erleichtert das Drehen und erfordert weniger Kraftaufwand im weichen Schnee. Ein steiferer Flex bietet mehr Stabilität auf festerem Schnee und bei höheren Geschwindigkeiten, kann aber schwieriger zu kontrollieren sein.
Sidecut: Der Sidecut beschreibt, wie stark der Ski in der Taille verjüngt ist. Ski mit moderatem Sidecut sind wendiger, halten aber auch gut die Spur – ideal für Neulinge.
Grundlagen zur Pflege
Halte deine Ski sauber und lagere sie an einem kühlen, trockenen Ort. Trage Gleitwachs auf die Spitzen und Enden von wachsfreien bzw. Fellski auf. Wachsbare Ski brauchen regelmäßig frisches Gleit- und Steigwachs. Mit diesen Tipps genießen Neulinge einen reibungslosen Einstieg in den Skilanglauf!
Generell empfehlen wir, die Herstellerangaben für das Wachsen zu beachten. Bereits ab 120 °C können Struktur, Belag und Gleiteigenschaften durch übermäßiges Bügeln beschädigt werden. Von Temperaturen über 160 °C raten wir dringend ab.